Rindersuche in der Nacht

Michael Scharf ist seit sechs Jahren Ortslandwirt von Kleinvach und Weiden

Mittler zwischen Behörden und Bauern: Nicht nur, aber gerade auch als Ortslandwirt muss Michael Scharf immer mal wieder am Computer arbeiten. Foto: Forbert

Kleinvach. Schon sein Vater war Ortslandwirt, seit dem Frühjahr 2010 bekleidet Michael Scharf dieses Ehrenamt für die Bad Sooden-Allendorfer Stadtteile Kleinvach und Weiden. Und er will es, wenn es keinen weiteren Interessenten gibt, gern auch in den nächsten sechs Jahren übernehmen.

Scharf ist in Kleinvach aufgewachsen und übernahm vor zehn Jahren den elterlichen Ackernbau-Betrieb, den er allerdings nur noch im Nebenerwerb führt. Selbstverständlich kennt er alle anderen Landwirte im Ort. Und das ist beispielsweise hilfreich, wenn mal ein Rind ausgebüxt ist. Welchem Bauern das gehören könnte, weiß Scharf in der Regel. Wichtig ist das für die Polizei, die in solchen Fällen stets als erstes beim jeweiligen Ortslandwirt anruft. Das passiert in manchem Jahr drei- bis fünfmal, in anderen auch häufiger und vor allem auch hin und wieder mitten in der Nacht. Und manchmal geht der Kleinvacher selbst mit hinaus und hilft beim Einfangen ausgebrochenen Viehs.

Bei Hochwasser, das im Werratal bekanntlich häufiger auftritt, ist Michael Scharf als Ortslandwirt stark eingebunden. Bei der Sommerflut 2013 mussten er und seine Kollegen in den Tal-Dörfern auf Anforderung der Stadt die betroffenen Bereiche in der Landwirtschaft sammeln und melden.

Infos für die Berufskollegen

Das war dann schon mit etwas mehr Aufwand verbunden. Überhaupt sitzt Michael Scharf für das Ehrenamt hin und wieder vor dem Computer. So alle paar Monate muss er als Ortskundiger auch eine Stellungnahme zu einer Grundstücksangelegenheit ans Landwirtschaftsamt schreiben.

Ebenso gibt er die Neuerungen in der Landwirtschaft und aus der Fachbehörde, die er und seine Amtskollegen einmal im Jahr bei einer großen Informationsveranstaltung in Eschwege-Oberhone erhalten, an die ortsansässigen Bauern weiter.

Zudem organisiert er zusammen mit seinem Kollegen von Allendorf ein jährlich im Herbst stattfindendes Treffen mit der Stadt, bei der unter anderem eine Prioritätenliste aufgestellt wird, welche Feldwege ausgebaut oder ausgebessert und welche mal wieder freigeschnitten werden sollten. So versteht Michael Scharf sich als Bindeglied zwischen den Ämtern und den Landwirten, wobei er zugleich Interessenvertreter der Bauern und auch der Eigentümer landwirtschaftlicher Flächen sei.

Des Ortslandwirtes Fazit: „Das Engagement nimmt schon Zeit in Anspruch, man muss schon was dafür tun“, sagt Scharf. Und fügt gleich an: „Aber das ist Ehrensache.“

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