Stadtmauer in Bad Sooden-Allendorf

Anwohnerin befürchtet weiteren Mauereinsturz wegen maroden Stützpfeilers

Bis zu 20 Zentimeter: Vor zwei Jahren entdeckte Marianne Harder diesen bis dahin unter Efeu liegenden Riss in dem Stützpfeiler der Allendorfer Stadtmauer. Er bereitet ihr große Sorge. Foto: Forbert

Bad Sooden-Allendorf. Der unerwartete Einsturz von 20 Metern Stadtmauer oberhalb des Fischerstads in Allendorf hat bei Marianne Harder die Sorgen um ihr kleines Nebenhaus noch verstärkt.

Marianne Harder wohnt seit 20 Jahren in dem Haus Steinweg 2, also in der Verlängerung des Fischerstads in Richtung Werra-Kraftwerk. Zu ihrem Grundstück gehört auch ein ehemaliges Stallgebäude, das sie saniert und darin neben einem Abstellraum Gästezimmer für Freunde eingerichtet hat. Und direkt darüber befindet sich ein Stützpfeiler der Stadtmauer – mit einer weithin sichtbar klaffenden Lücke im Mauerwerk. Den entdeckte die 76-Jährige, als sie auf der Suche nach dem Versteck ihrer Katzen den dort stark rankenden Efeu zum Teil entfernte.

Das war vor zwei Jahren. Und seit dieser Zeit hofft die Rentnerin auch auf Abhilfe, weil sie diesen Schaden gleich der Stadt meldete. Doch seither, konkret bis Anfang dieser Woche, tat sich gar nichts. Auf den Tag genau ein Jahr war es am Dienstag her, dass das städtische Bauamt nach Aussage von Leiter Helmut Franke den Auftrag an jenes auf Geotechnik spezialisierte Ingenieur-Büro vergab, das auch die Untersuchungen an dem jetzt abgerutschten Mauerstück vorgenommen hat. Erst jetzt erfolgten, wie Marianne Harder berichtete, zwei Probebohrungen.

Ihre Sorgen freilich bleiben, nicht zuletzt, weil das Ergebnis der Untersuchung erst in einigen Monaten feststehen soll, wie sie verstanden hat. Falls überhaupt etwas an dem Stützpfeiler gemacht wird, dann sowieso frühestens mit Frühjahr, wenn auch der Wiederaufbau des derzeit nur vorläufig gesichertem Absturzbereichs über dem Fischerstad in Angriff genommen wird.

So hofft Marianne Harder, dass der Stützpfeiler mit dem bis zu 20 Zentimeter breiten Riss weiterhin hält. Die Seniorin hat schließlich schon vor 13 Jahren schlechte Erfahrungen gemacht: Als sie 2002 aus einem Urlaub kam, waren elf Meter Stadtmauer an einer anderen Stelle ihres langgestreckten Gartenstreifens eingestürzt. Damals kam niemand zu Schaden.

Doch wenn jetzt der Stützpfeiler nahe der Stadtwarte nachgäbe, könnten Mauersteine nicht nur ihr Nebenhaus zerstören, sagt Marianne Harder, sondern sogar bis auf den Steinweg stürzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare