Sanierung und Nachrüstung des Schürzebergtunnels samt Fluchtstollen abgeschlossen

Röhre ist sicherer denn je

Nur für Notfälle: Ziemlich in der Mitte des Schürzebergtunnels befindet sich der Eingang zum neuen Fluchtstollen, hier geöffnet von Günther Schmidt vom Kompetenz-Center Tunnel. Foto: Forbert

Oberrieden. Der Schürzebergtunnel der Bundesstraße 27 in der Umfahrung des Bad Sooden-Allendorfer Stadtteils Oberrieden ist sicherer denn je. Bei einem Unfall in der 530 Meter langen Röhre müssen Menschen maximal noch 150 Meter zurücklegen, um in Sicherheit zu sein. Länger soll ein Fluchtweg in Tunneln, die 400 Meter und länger sind, auch nicht sein.

Für die kurzen Wege in Sicherheit sorgt ein Fluchtstollen, der fast in der Mitte des Schürzebergtunnels seinen Eingang hat. Dieser ist durch einen Rahmen von hellgrünen Leuchten gut zu erkennen. Für Sehbehinderte ist die Lage des Eingangs zudem durch eine geriffelte Platte in den Notgehwegen gekennzeichnet.

Der hell beleuchtete, 240 Meter lange graue Stollengang, der bald 2,50 Meter breit und im Scheitel des Gewölbes weit über drei Meter hoch ist, verläuft parallel zur Hauptröhre und hat neben dem Südportal seinen Ausgang.

Eine Sprechanlage im sicheren Eingangsbereich des Fluchtstollens ermöglicht schnellen Kontakt zur Tunnelleitzentrale (TLZ) in Eschwege. Die hat alle Bereiche von Hauptröhre und Stollen über Kameras im Blick. Über Lautsprecher können von dort auch Anweisungen im Tunnel verbreitet werden.

Sobald jemand die Tür zum Fluchtstollen öffnet, werden die Mitarbeiter in der TLZ darauf aufmerksam gemacht. Zugleich erzeugt ein Lüfter automatisch einen Überdruck in dem Stollen, damit im Falle eines Brandes im Tunnel kein Qualm eindringen kann.

Trübsichtmesser für Rauch

Auch die Hauptröhre, die schon im vorigen Jahr grundlegend saniert worden ist, erhielt in den vergangenen Monaten noch ein paar weitere Neuerungen, die für mehr Sicherheit sorgen sollen. Der Tunnel befindet sich auf dem neuesten Sicherheitsstandard, sagt Günther Schmidt, der Leiter des Kompetenz-Centers Tunnel bei Hessen Mobil in Eschwege. Sogar die jüngsten Auflagen für Gefahrguttransporte seien gleich nachgerüstet worden.

Zur Sicherheits-Ausstattung gehören unter anderem Grenzflächen-Hornlautsprecher, über die man Ansagen besser verstehen können soll, neue Kameras, die besser aufgelöste Grenzflächen-Hornlautsprecher liefern, und auch eine Trübsichtmessanlage, die Rauch erkennt und die TLZ alarmiert.

So wurden nicht nur alle Kabel erneuert, sondern auch zusätzliche Stränge eingezogen. Auf 80 Kilometer schätzt Günther Schmidt, der Leiter des Kompetenz-Centers Tunnel bei Hessen Mobil in Eschwege, die Länge aller Kabel.

Sämtliche Stränge führen ins Betriebsgebäude neben dem Nordportal, in dem auch eine Not-Steuerungszentrale installiert ist für die Fälle, wenn der Kontakt über die gemieteten Übertragungsleitungen in die Tunnelleitzentrale unterbrochen ist.

Von Stefan Forbert

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