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Vom Land ausgezeichnetes Gasthaus: Schloss Berlepsch interpretiert deutsche Küche neu

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Von: Wiebke Huck

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Seit 650 Jahren thront Schloss Berlepsch auf einem Bergsporn der Anhöhen im Werratal. Geführt wird es in der 19. Generation. Seit 2010 können die Gäste hier erlesen speisen.
Seit 650 Jahren thront Schloss Berlepsch auf einem Bergsporn der Anhöhen im Werratal. Geführt wird es in der 19. Generation. Seit 2010 können die Gäste hier erlesen speisen. © Wiebke Huck

In einem von der Landesregierung und dem Hotel- und Gastronomieverband Dehoga ausgerufenen Wettbewerb wurden die 50 besten Dorfgasthäuser in Hessen ausgezeichnet. Wir stellen die Preisträger aus der Region vor. Heute: Schloss Berlepsch

Berlepsch – Altehrwürdige Mauern, mittelalterliches Ambiente und eine erlesene Speisekarte. Das ist es, was die Gäste an Schloss Berlepsch schätzen. Ein Treffpunkt in der Ortsmitte, wie es ein Dorfgasthaus oft ist, ist das Schloss samt Restaurantbereich nicht, denn rund um die alten Mauern gibt es vor allem viel Natur, aber keine unmittelbaren Nachbarn.

Um die Auszeichnung „Bestes Gasthaus“ hat Betriebsleiterin Maria Kahlmeier Schloss Berlepsch ins Rennen geschickt. Eine Menge Fragen galt es zu beantworten, so Kahlmeier. Unter anderem was vom Gasthaus für die Nachhaltigkeit getan wird, ob das Dorfleben gefördert und lokale Vereine unterstützt werden. Auch wie die Küche arbeitet und welche Sonderleistungen Gäste in Anspruch nehmen können, wollte das Bewertungskomitee wissen.

„Wir legen in unserer Küche Wert auf frische und regionale Zutaten“, sagt Maria Kahlmeier. Gekocht würden hauptsächlich traditionelle deutsche Gerichte, die aber von den Köchen immer wieder neu interpretiert werden.

Im Angebot gibt es auch ein Überraschungsmenü mit einer Zahl an Gängen nach Wahl. „Im Vorfeld fragen wir Unverträglichkeiten und Abneigungen ab, um für unsere Gäste ein unvergessliches, kulinarisches Erlebnis zu schaffen“, sagt Maria Kahlmeier. Auf Wunsch würde auch eine vegetarische oder vegane Variante angeboten.

Speisen à la carte werden im Festsaal und im Kaminsaal serviert. Wenn der Festsaal für eine Veranstaltung gebucht ist, können die Gäste auch auf das Gewölbe ausweichen. Auf der Speisekarte stehen unter anderem Gerichte wie gebratenes Lachsfilet unter eine Kräuter-Crème-Fraîche-Haube oder Wildgulasch vom Reh und Wildschwein „aus dem heimischen Forst“, wie Maria Kahlmeier erklärt. Als Dessert kann der Gast aktuell zwischen Crème brûlée, Apfelstrudel oder Parfait wählen, alles von der Küche auf besondere Weise interpretiert.

650 Jahre alt ist das Schloss und wird seit 19 Generationen von der Familie von Berlepsch geführt. Rund 100 Gäste finden in den beiden Gasträumen Platz. Dazu kommen etwa 80 Plätze im Gewölbe und weitere 80 auf der Sonnenterrasse am Schlosshof, die an den Wochenenden im Sommer geöffnet ist. Hier heißt es für die Gäste Selbstbedienung: Durch eines der Küchenfenster werden kleine Speisen gereicht. Auch zwei Gästezimmer gibt es im Schloss, es sind Doppelzimmer von denen eins Platz für ein Zustellbett bietet.

Für die Auszeichnung war laut Kahlmeier auch entscheidend, was das Gasthaus seinen Gästen über Speisen und Getränke hinaus zu bieten hat.

Schloss Berlepsch konnte dabei unter anderem mit der guten Wanderwegeanbindung sowie Schlossführungen und Schloss-Entdeckungs-Touren im Außenbereich mit einem Rätselparcours punkten.

Auf Schloss Berlepsch finden rund ums Jahr viele kulturelle und märchenhafte Veranstaltungen statt. Neben einem historischen Weihnachtsmarkt ist das Schloss zweimal im Jahr Austragungsort von ritterlichen Turnieren, wie das Berlepscher Ritterturney zu Pferd im Frühjahr und dem Berlepsch-Cup im Herbst, einem historischen Vollkontaktturnier auf internationaler Ebene.

Im Sommer findet jährlich ein klassisches Konzert des Göttinger Symphonie-Orchesters statt, ein Silvesterfest mit Magiershow geleitet Gäste ins neue Jahr. Dazu kommen verschiedene Themen-Dinner, es finden Lesungen und Chor-Konzerte statt. Das Schloss Berlepsch ist außerdem beliebt bei Brautpaaren. In der wärmeren Jahreszeit geben sich jedes Wochenende gleich mehrere Paare das Ja-Wort, oft auch unter der Woche und auch Winterhochzeiten gab es schon. (hbk)

Kümmern sich auf Schloss Berlepsch um die Gäste: Nino Kuchenbecker (v.l.), Gregory Geyer, Marco Kellber (Küche), Daniela von Berlepsch und Maria Kahlmeier (Veranstaltungsmanagement).
Kümmern sich auf Schloss Berlepsch um die Gäste: Nino Kuchenbecker (v.l.), Gregory Geyer, Marco Kellber (Küche), Daniela von Berlepsch und Maria Kahlmeier (Veranstaltungsmanagement). © Schloss berlepsch/NH

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