BUND und Bürgerinitiative kämpfen unverdrossen für eine saubere Werra

Salz-Flotte ab zur Nordsee

Protest gegen Werra-Versalzung: BUND-Sprecher Wolf von Bültzingslöwen (Mitte) und der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Rettet die Werra“, Frank Hix (rechts), mit Aktivisten am Sonntag in Kleinvach. Foto: Cortis

Kleinvach. Eine ganze Flotte von Salz-Frachtern haben der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Werra-Meißner und die Bürgerinitiative „Rettet die Werra“ auf die Reise zur Nordsee geschickt.

Unter dem Motto „Salz...wieder dahin, wo es einst herkam“ protestierten am Sonntag knapp 20 Aktivisten gegen die anhaltende Praxis des Kasseler Düngemittelherstellers K + S, bei der Gewinnung der Rohstoffe salzhaltige Abwässer in die Werra zu leiten. Der Fluss, der unserem Kreis einen Teil seines Namens gegeben hat, sei damit „der dreckigste in ganz Europa“, sagte der Sprecher der Aktion, Wolf von Bültzingslöwen.

Ab zur Nordsee: Stefan Heuckeroth-Hartmann und Ursula van Aaken „beladen“ die Salz-Frachter am Steg in Kleinvach. Foto: Cortis

Mit vier Kanus, die sie an der Tränenbrücke in Eschwege zu Wasser gelassen hatten, waren die Demonstranten über die Werra bis nach Kleinvach gefahren. Dort setzten sie die aus Holz gesägten und nur gut 30 Zentimeter großen Schiffe in den Fluss, die von Stefan Heuckeroth-Hartmann und Ursula van Aaken in weißer K+S-Kluft mit überdimensionalen Salzstreuern „beladen“ wurden.Mit einer Schnur verbunden trieben die Salz-Frachter bei starker Strömung flussabwärts. Beschriftet waren die Mini-Schiffe mit Parolen wie „Keine Algenblüte in der Werra“, „Hier in Entsorgungstechnik investieren“, „Geld scheffeln ist nicht alles“ oder „Die Werra muss wieder trinkbar werden“.

Mit dieser vierten Aktion seit 2010 wolle man weiterhin Druck ausüben auf K+S und die Genehmigungsbehörden, endlich die Empfehlungen des runden Tisches zur Werra-Versalzung ernst zu nehmen, sagte der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Rettet die Werra“, Bad Sooden-Allendorfs Bürgermeister Frank Hix. Konkret heiße das, Salzeinleitungen in die Werra zu vermeiden und stattdessen über eine Pipeline die Abwässer zur Nordsee zu transportieren. Gefragt sei da auch das Land Niedersachsen als Weser-Anrainer. Erstaunlicherweise gebe es aber im Koalitionsvertrag der neuen rot-grünen Landesregierung keine Aussage zu diesem Thema.

Weil es K+S bei einer Gewinnsteigerung von 20 Prozent „nicht zumutbar“ sei, die Pipeline zu bauen, habe man die Sache nun selbst in die Hand genommen und die Flotte in Marsch gesetzt, „um die Werra wenigstens für einen Tag salzfrei zu halten“, spottete Wolf von Bültzingslöwen. BUND und Bürgerinitiative wollen ihre gemeinsamen Aktionen Jahr für Jahr fortsetzen, waren sich von Bültzings-löwen und Hix einig. (zcc)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare