Schäfer bittet um Toleranz: Schilder informieren Hundebesitzer

+
Apell an die Vernunft: Helmut Herbord (links), vom Dezernat Schutzgebiete des Regierungspräsidium Kassel, und Uwe Nord, Revierleiter beim Bundesforst, stellten die neuen Hinweisschilder auf. Foto: Shuhaiber

Hessisch Lichtenau. 20 Hinweisschilder entlang der Wege und Zufahrten des FFH-Gebietes Glimmerode und Hambach sollen an die Vernunft von Hundebesitzern appellieren: In der Vergangenheit hatte es immer wieder Unmut wegen freilaufender Hunde gegeben.

Mittlerweile denkt Schäfer Eberhard Kruse sogar darüber nach, seine Herde nicht mehr auf den Naturschutzwiesen weiden zu lassen.

„Das wäre ein herber Verlust, wenn Schäfer Kruse die Flächen nicht mehr bewirtschaftet“, sagt Revierleiter Uwe Nord vom Bundesforst. Kruse kümmere sich seit 30 Jahren vorbildlich um die Liegenschaft. Der Schäfer pflegt die Flachlandmähwiesen des FFH-Gebietes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Hessisch Lichtenau. Seitdem die Flächen nicht mehr militärisch genutzt werden, locken die Wiesen viele Spaziergänger, Fahrradfahrer und Hundebesitzer an.

Das sei grundsätzlich kein Problem. Allerdings habe es in der Vergangenheit Ärger mit schlecht erzogenen freilaufenden Hunden gegeben. Schäfer Kruse musste mehrfach Lämmer aus den Zäunen ziehen, die sich in ihrer Panik dort verfangen hatten. Auch seien Hunde in die Zäune gesprungen, hätten seine Schafe gejagt und sich mit seinen Hütehunden gebissen.

Kruse besitzt 1000 Mutterschafe. Wenn die Tiere gelammt haben, umfasst seine Herde etwa 2000 Schafe, die die 200 Hektar große Grünfläche vor Verbuschung schützen. Diese extensive Weidehaltung sei ideal, um die Artenvielfalt zu erhalten. „Wir haben hier fast 50 unterschiedliche Arten, auf konventionellen Wiesen gibt es maximal 15 Arten“, erklärt Helmut Herbord vom Dezernat Schutzgebiete, Artenschutz, Landschaftspflege beim RP. Außerdem würden seltene Bodenbrüter wie Lerchen, Rebhühner und Wiesenpieper von April bis Mai hier brüten.

Weil der Bundesforst und das Regierungspräsidium (RP) Kassel daran interessiert sind, den Schäfer zu halten, haben sie die Hinweisschilder gemeinsam mit Naturparkchef Marco Lenarduzzi entworfen und aufgestellt. „Wir wollen die Bevölkerung sensibilisieren ohne Verbote auszusprechen“, sagt Herbord.

Einen Leinenzwang einzuführen, sei allerdings nur die letzte Konsequenz. „Wir wollen keine Ordnungsbehörden die Knöllchen schreiben, sondern die Flächen als Naherholungsgebiet für Mensch und Tier erhalten“, ergänzt Revierleiter Nord.

Von Alia Shuhaiber

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare