Demo für Erhaltung der Dorfgemeinschaftshäuser zeigt Wirkung

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Breiter Protest: Jung und Alt beteiligten sich an der Demonstration zum Erhalt der Dorfgemeinschaftshäuser in den Stadtteilen von Bad Sooden-Allendorf.

Bad Sooden-Allendorf. Aufatmen in den Stadtteilen von Bad Sooden-Allendorf. Anders als der Finanzausschuss per Mehrheitsbeschluss von CDU und Grünen empfohlen hatte, sollen nun doch alle sieben Dorfgemeinschaftshäuser (DGH) in Dudenrode, Ellershausen, Hilgershausen, Kammerbach, Kleinvach, Oberrieden und Orferode vorerst erhalten bleiben.

Damit ist die drohende Schließung von vier DGH, wie sie unter dem Sparzwang des kommunalen Schutzschirmes vorgesehen war, erst einmal vom Tisch.

Nach massiven Protesten aus den Stadtteilen kippte der Finanzsausschuss am Mittwochabend seine vorherige Entscheidung und folgte einstimmig einem Änderungsantrag von SPD und FDP/FWG. Der sieht vor, dass die 60 000 Euro, mit denen jährlich eigentlich jene drei DGH bezuschusst werden sollten, die nach dem alten Konzept übrig geblieben wären, nun je zur Hälfte für die Betriebskosten und die Unterhaltungsarbeiten aller sieben Gemeinschaftshäuser eingesetzt werden. Die Arbeiten selbst sollen, soweit technisch möglich, in Eigenleistung erbracht werden, so dass die Stadt lediglich die Materialkosten zu tragen hätte. Auch nach diesem Modell sollen die DGH bis spätestens 2015 in neue Trägerschaften übergehen, anderenfalls in Einzelfällen dann doch die Schließung droht.

Diese neue Empfehlung des Finanzausschusses, deren Annahme durch das Parlament am Donnerstagabend als sicher gilt, erfolgte nicht einmal eine Stunde nach einer Demonstration von mehr als 200 Dorfbewohnern, die nach einem Aufruf aller Ortsbeiräte mit Fackeln, Fahnen und Transparenten, vor das Hochzeitshaus, die Tagungsstätte der politischen Gremien, gezogen waren.

Von existenzieller Bedeutung

Insbesondere die Ortsvorsteher Erich Mendel (Dudenrode) und Jochen Ullrich (Orferode) machten dabei deutlich: Man könne mit den Stadtteilen über alle möglichen Einsparungen reden, nicht aber über die Dorfgemeinschaftshäuser, die von existentieller Bedeutung insbesondere auch für die örtlichen Vereine seien. Nicht erst seit heute pflegten und hegten die Bewohner ihre Dörfer mit einem hohen Maß an ehrenamtlichem Engagement. Wenn ihnen jetzt die Gemeinschaftshäuser genommen würden, „haben wir nichts mehr. Dann ist das das Ende.“

Auch die Demonstranten machten ihrem Ärger deutlich Luft. „Dörfer ohne DGH sind wie Allendorf ohne Erntefest“ oder „Dörfer die Ghettos der Kurstadt“ war unter anderem auf den Transparenten zu lesen, außerdem die Frage: „Bewohner der Ortsteile Menschen zweiter Wahl?“ (zcc)

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