Schmutziger Preiskampf der Kirschenanbauer in Witzenhausen

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Dreck weg: Siegfried Krumbein entfernt die Gülle mit Wasser. Der Gestank hielt sich aber teils noch.

Witzenhausen. Der Preiskampf unter den Witzenhäuser Kirschenbauern eskaliert offenbar. In der Nacht zum Freitag ist ein Verkaufsstand der Familie Krumbein an der Bundesstraße 80 bei Unterrieden großflächig mit Gülle bespritzt worden. Die Polizei ermittelt nicht nur wegen Sachbeschädigung, sondern auch wegen Körperverletzung.

Kirschstand mit Gülle bespritzt

Die Attacke auf den Verkaufsstand muss sich zwischen Donnerstag, 21 Uhr und Freitag, 7.15 Uhr, ereignet haben. Der direkte Sachschaden liege bei etwa 100 Euro, sagte Harald Ludwig, Bruder von Marlies Krumbein. Viel schlimmer waren der üble Gestank und der „ekelerregende Anblick“. In der Gülle befanden sich viele lebende Maden.

Die Reinigung zog sich über mehrere Stunden hin. Auch im Inneren war der Verkaufsstand verschmutzt worden. Wegen der Arbeiten hätten die insgesamt drei Stände der Familie geschlossen bleiben müssen, so dass am Freitagmorgen kein Verkauf stattfinden konnte.

Kirschstand mit Gülle bespritzt

Es sei davon auszugehen, dass ein Konkurrent hinter der Gülle-Attacke stecke, sagte Ludwig. Er wertete den Gülle-Angriff als „Witzenhäuser Antwort auf Marktwirtschaft“.

Am Donnerstag hatte die Familie Krumbein den Preis für ein Kilogramm Kirschen von 4,50 auf drei Euro gesenkt. Grund seien zunehmende Absatzprobleme gewesen. Die Familie Krumbein hat eine Belohnung von 300 Euro für Hinweise ausgelobt, die zur Ergreifung des Täters führen.

Der Verkaufsstand der Familie sei der älteste in Witzenhausen und werde in der vierten Generation betrieben, sagte Siegfried Krumbein. Weil entlang der B 80 aber inzwischen viele weitere Stände sind, werde fast nur noch an Stammkunden verkauft. Laufkundschaft gebe es deswegen kaum mehr. Hinweise: Polizei Witzenhausen, Tel. 0 55 42 / 9 30 40.

Von Claas Michaelis

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