37-Jähriger geht ins Hospiz

Krebskranker Mike Andres kann Reise nach Mendoza nicht antreten

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Auf Pflege angewiesen: Mike Andres ist ein junger Mann, der im Seniorenheim lebt.

Witzenhausen. Der Traum von einer Reise ins argentinische Mendoza ist geplatzt: Mike Andres Gesundheitszustand verschlechtert sich zunehmend. Die Spenden für seine Reise möchte der 37-Jährige daher nun zurückgeben.

In einem Gespräch mit unserer Zeitung hat der 37-Jährige, der an einem multiplen Hirntumor leidet, mitgeteilt, dass sich seine Lähmungserscheinungen nun auch auf die rechte Körperhälfte ausdehnen ein schleichender und offenbar nicht aufzuhaltender Prozess. Zudem leide er unter erheblichen kardiologischen Beschwerden wie erhöhter Puls und Herzrasen.

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Der schwerkranke Mike Andres ist nach eigenen Angaben nicht mehr in der Lage, die Reise nach Mendoza anzutreten. Stattdessen wird er vorübergehend in ein Altenheim in Großalmerode ziehen. Im Seniorenzentrum in Witzenhausen könne er nicht länger bleiben, weil er hier nur einen Kurzzeitpflegeplatz hatte.

Auch das Seniorenheim in Großalmerode ist nur eine Zwischenstation. "Ich werde in ein Hospiz gehen", sagt der 37-Jährige. Derzeit warte er auf eine Zusage. "Es ist noch nicht entschieden, ob ich nach Göttingen oder nach Hann. Münden ins Hospiz gehen werde", erzählt er.

Mikes Schicksal hat viele Menschen bundesweit berührt. Die Deutsche Direkthilfe in Bonn hatte eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um dem Schwerkranken seinen letzten Wunsch zu erfüllen. "Es sind 3800 Euro und ein Flugticket nach Mendoza zusammengekommen, die Spendenaktion wurde erfolgreich beendet", sagt Romano Faedda von der Deutschen Direkthilfe.

Kontakt für Spender

Deutsche Direkthilfe, Mirecourtstr. 1, 53225 Bonn, Tel. 02 28 / 38 77 44 48 oder 02 28 / 97 46 90 49, E-Mail: info@deutsche-direkthilfe.de. www.deutsche-direkthilfe.de

Da die Spenden zweckgebunden, also nur für Mike Andres Reise nach Mendoza, verwendet werden können, haben alle Spender die Möglichkeit, ihr Geld zurück zu bekommen oder für einen anderen Verwendungszweck freizugeben. "Ich bin wirklich überwältigt, wie viele Menschen in den letzten Wochen für mich gespendet haben und möchte mich bei den Menschen dafür herzlich bedanken auch wenn ich die Spenden nicht mehr annehmen kann", sagt Mike Andres.

Der 37-Jährige war vor einigen Wochen mit seiner schicksalhaften Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen, um auf die Pflegeproblematik insbesondere für junge Menschen aufmerksam zu machen: "Der Bund macht Vorgaben in der Pflege, die von den Kommunen nicht erfüllt werden können." Außerdem klagt er an, dass die Pflege viel mehr Wertschätzung in der Gesellschaft erhalten müsse: "Das Pflegepersonal hier im Altenheim macht ein super Job, sie bemühen sich jeden Tag obwohl sie schlecht bezahlt werden." Mike Andres wünscht deshalb sehnlichst ein Umdenken in der Gesellschaft: "Jeder Mensch kann in die Situation kommen, in der er auf Pflege angewiesen ist."

Von Alia Shuhaiber 

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