Visionen für Eschwege (3)

Seesüchtig am Ufer: Schwimmende Häuser und ein Seecafé

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Im Wasser gebaut: Schwimmende Häuser haben einen ganz besonderen Reiz. Wellen plätschern gegen die Hauswand und die Verbindung zum Land ist nicht mehr als ein Seil. Im Hafen von Putbus-Lautenbach auf der Ostseeinsel Rügen gibt es diese Ferienhäuser und sie sind ein echter Publikumsrenner. Am Werratalsee könnten sie am Nordufer, in Nachbarschaft des geplanten Seecafés und der Wakeboard-Anlage, anlegen. .

Eschwege. Ein gläsernes Seecafé mit großzügiger Terrasse am Nordufer des Werratalsees und schwimmende Häuser könnten nicht nur Eschwege ein gastronomisches Highlight bescheren, sondern ein Magnet für die Region und für Touristen werden.

Aus der Vogelperspektive sieht es aus wie ein Schiff aus Glas, das kieloben an den Strand gespült wurde. Das Seecafé gehört zu den Visionen, mit denen Eschwege eine dynamische und innovative Entwicklung einleiten will. Platz könnte das Café am Nordufer des Werratalsees in unmittelbarer Nachbarschaft und eventuell in Zusammenarbeit mit der geplanten Wakeboard-Anlage finden. Ein Bebauungsplan besteht.

Das Eschweger Bauplanungsbüro Luther hat die Idee bereits visualisiert. Der Grundriss könnte nach jetzigem Ideenstand einem Schiffsbug oder Schiffsrumpf gleichen. Vor dem Café soll eine große Terrasse zum Wasser angelegt werden, auf der man an langen Sommerabenden die „Seele baumeln lassen kann“, so Eschweges Wirtschaftsförderer Wolfgang Conrad. Kombiniert mit einem langen Steg, würde das Ensemble zum Bummeln und Verweilen, auch unabhängig vom Café oder Restaurant, einladen.

Café mit Aussicht: Ein am Strand kieloben liegendes Glasboot - so könnte das Café am See am Nordufer des Werratalsees aussehen. Von der Terrasse aus böte sich dem Gast ein schöner Blick über den See und zu den Eschweger Leuchtbergen. Die Transparenz des Gebäudes könnte aber vor allem in den langen Wintermonaten ein höchst attraktives Ausflugsziel für die Region werden.

„Das könnte ein echter Anlaufpunkt für die ganze Region bis hin nach Kassel, aber natürlich auch für die Einheimischen werden“, stellt sich Conrad vor und trägt das schöne Zitat vor: „Wenn ich den See seh, brauch’ ich kein Meer mehr.“ Wird der Bau transparent mit viel Glas angelegt, dürften es nicht nur die Sommertage und - nächte sein, die Gäste locken, sondern auch im Winter Besuchermagnet werden. Denn vom Nordufer aus erstreckt sich der Blick auf die malerischen Leuchtberge am gegenüberliegenden Seeufer.

Deutlich belebt und aufgewertet werden könnte das Projekt noch durch schwimmende Ferienhäuser, ganz gleich, ob die am Nord- oder Südufer schwimmen. Häuser, die schwimmen und dennoch keine Hausboote sind. Auf einer Plattform errichtet und mit dem Land per Leine verbunden. Das garantiert, dass die Gäste nicht am Morgen auf offener See erwachen und orientierungslos übers Wasser treiben.

Angeboten werden solche Ferienhäuser beispielsweise auf der Insel Rügen, wo sie an einem Yachthafen angedockt sind und die Gäste auch die in aller Regel etwas exklusivere Infrastruktur einer Marina nutzen können. Doch schwimmende Häuser gibt es nicht nur im touristischen Bereich. Im von Hochwasser und Überschwemmungen geplagten Holland schwimmen regelrechte Öko-Archen, von ihrem Architekten Pieter Kromwijk auch „Aut-Ark“ genannt.

Der Schwimmkörper, auf dem das Haus steht, besteht aus Styropor und Stahlbeton. Betongewichte im Keller halten das Gleichgewicht, ab und an muss das Haus getrimmt werden, dann, wenn man eine schweres Möbelstück verrückt hat und die Äpfel vom Tisch rollen. Die schwimmenden, mehrgeschossigen Häuser brauchen wegen ihrer guten Wärmedämmung nicht mal mehr eine eigene Heizung. Das bisschen tägliches Sonnenlicht reicht aus, um das Haus angenehm zu erwärmen. Die Arche benötigt weder Strom, noch Wasser- und Abwasserversorgung, denn damit kann es sich über ein ausgetüfteltes Systemselbst versorgen.

Conrad schwebt vor, zunächst zehn schwimmende Häuser in Nähe des Seecafés bauen zu lassen. Interessant könnte das auch für gewerbliche Investoren sein. „Das sind echte Vorzeigeobjekte“, ist sich Conrad sicher. „In diese Richtung müssen wir uns bewegen. Doch allein das Seecafé mit einer hochwertigen Bewirtschaftung wäre schon sensationell.“

Kontakt: wolfgang.conrad@ eschwege-rathaus.de

Hintergrund

Die Stadt Eschwege hat eine Offensive mit Zukunftsvisionen gestartet und will damit Menschen aus der Region motivieren, in die eigene Stadt zu investieren. Zu den Projekten gehören schwimmende Häuser, die Sanierung der Altbausubstanz oder die Umgestaltung des alten Handwerkerviertels Brückenhausen. Die Werra-Rundschau stellt die vier visionärsten Projekte jeweils in ihrer Samstagsausgabe vor.

Von Stefanie Salzmann

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