Seit 25 Jahren für alle da

Familienzentrum Arche in Hessisch Lichtenau hat Jubiläum – Feier aber erst im Sommer

Gefeiert wird heute nicht, sondern erst im Sommer: Gerda Brückmann und Rafaela Pax freuen sich aber nichtsdestotrotz über das 25-jährige Bestehen der Arche.
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Gefeiert wird heute nicht, sondern erst im Sommer: Gerda Brückmann und Rafaela Pax freuen sich aber nichtsdestotrotz über das 25-jährige Bestehen der Arche.

Heute vor 25 Jahren wurden die Arche in Hessisch Lichtenau gegründet. Eine Feier findet aufgrund der Pandemie aber erst mal nicht statt.

Stattdessen will der Verein im Sommer versuchen, die Feier nachzuholen.

Der Verein wurde 1996 gegründet, die Vorläufer dazu gab es aber bereits vier Jahre früher. „Ich bin mit einer Freundin und unseren Hunden täglich spazieren gegangen und dabei haben wir uns über die Notstände in unserer Stadt unterhalten“, erinnert sich Gerda Brückmann. Häufig höre man in solchen Situationen dann den Satz, da müsse doch mal jemand zuständig sein. „Diesen Satz kann ich nicht leiden“, sagt Brückmann und ergänzt: „Deswegen haben wir dann irgendwann beschlossen, dass wir zuständig sind.“

Aus der katholischen Kirchengemeinde heraus entstanden so die Anfänge der Arche. Der Verein mietete eine Wohnung für Menschen, die vorübergehend wohnungslos waren. Dabei hatten sie nicht Obdachlose im Sinn, sondern Personen, die beispielsweise durch Trennungen in einer Akutsituation waren und Hilfe brauchten. Dabei arbeitete die Arche immer eng mit dem Sozialamt zusammen.

„In den acht Jahren, wo wir die Wohnung hatten, stand sie niemals leer“ , erinnert sich Brückmann. Zwei Zimmer der Wohnung standen den Bedürftigen zur Verfügung, das dritte behielt der Verein für sich selbst, damit sie immer Zugang zur Wohnung hatten. Eine Nacht kostete damals sechs Mark für eine Person, die das Sozialamt übernahm.

Neben der Unterbringung für Wohnungslose verteilte die Arche auch Lebensmittel, hatte einen Kaffeetreff und betrieb eine Kleiderkammer. Zudem halfen sie mit Sozialberatungen und unterstützten beim Stellen von Anträgen.

Anfänglich wurden die Nahrungsmittel zu den Menschen gefahren, inzwischen kann man sie sich bei der Arche abholen.

„2003 überlegten wir, ein Haus in Hessisch Lichtenau, den Schafstall, zu kaufen“, berichtet Brückmann. Hätten sie sich allein auf die Unterbringung von wohnungslosen Menschen konzentriert, hätten sie dafür auch eine Förderung bekommen. „Wir wollten aber alle Bereiche weiter versorgen, denn unser Konzept ist der gesamte Mensch“, erklärt die Vereinsvorsitzende, warum sie sich dann damals gegen den Hauskauf entschieden. Und diese Entscheidung haben sie nie bereut.

Im Mai 2003 zog der Verein dann zur Miete an die Heinrichstraße. Zunächst hatte der Verein nur den Laden im Erdgeschoss. Mit der Zeit wurde weiterer Platz benötigt, bis sie heute schließlich das gesamte Haus angemietet haben.

Beim zehnjährigen Bestehen freuten sich Gerda Brückmann (links) und Christa Peuckert über eine Einbauküche für die Arche. Das Bild entstand vor 15 Jahren.

Die Betreuung von Schulkindern wurde 2009 zu einer der Aufgaben der Arche. „Zunächst ging es nur um einen Jungen“, weiß Hiltrud Bachmann. Sie engagiert sich beim Verein und betreut die Kinder mit. „Das Kind sollte wegen seiner Verhaltensauffälligkeit auf eine Förderschule, obwohl er intelligent war.“ Mit einer Einzelförderung bei der Arche konnte er auf der normalen Schule bleiben. „Er war vergangenes Jahr mal da“, erzählt Gerda Brückmann weiter. Er wäre einen ganz tollen Weg gegangen mit Schulabschluss, berichtet Brückmann freudig. Mit Corona kam die Schulförderung zunächst zum Erliegen und wurde nun wieder zu einer Einzelförderung.

Was die Arche früher schon immer wieder mit angeboten hat, ist seit 2019 nun auch offiziell, denn die Arche wurde zum Familienzentrum. Der Verein unterstützt nicht mehr nur Menschen in Notlagen, sondern ist für alle da. Dafür haben sie inzwischen 18 Leute im Team, die sich regelmäßig aktiv beteiligen. Auch der Verein ist von 13 auf 73 Mitgliedern über die Jahre angewachsen.

Während der Pandemie hat der Verein spezielle Angebote, informiert Leiterin Rafaela Pax. So unterstützt die Arche Menschen bei akuten Bedarfslagen, die durch Corona entstanden sind. Weiterhin bieten sie Hilfe beim Vereinbaren von Impfterminen an. In Quarantänesituationen helfen sie ebenfalls, nicht nur beim Einkauf, sondern auch bei der Post, Tierbetreuung und Ähnlichem.

Kontakt: Tel. 0 56 02/91 57 88, arche-heli.de

Evelyn Ludolph

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