Besitzer erstattet Anzeige wegen Diebstahls

Seit Oktober in Bad Sooden-Allendorf verschwunden: Wo ist Jagdhund Gero?

Der bretonische Jagdhund Gero aus Bad Sooden-Allendorf.
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Wird seit mehr als zwei Monaten vermisst: der bretonische Jagdhund Gero aus Bad Sooden-Allendorf.

Seit zwei Monaten ist der Hund von Horst Funke aus Bad Sooden-Allendorf verschwunden. Der traurige Besitzer hat Anzeige erstattet - und einen Verdacht, wer Gero gestohlen haben könnte.

Bad Sooden-Allendorf – „Wir suchen noch immer Gero … Falls Sie ihn irgendwo gesehen haben oder Hinweise zu seinem Aufenthaltsort geben können, rufen Sie bitte an.“ Was bei Ebay-Kleinanzeigen wie eine gewöhnliche Vermisstenanzeige aussieht, beschäftigt inzwischen die Polizei und demnächst wohl auch die Justizbehörden.

Gero ist ein bretonischer Vorstehhund und gehört dem 71-jährigen Horst Funke aus Bad Sooden-Allendorf. Nach eigenen Angaben hat er den rot-weißen Rüden als Welpen vor neun Jahren bei einem Züchter im Grenzgebiet zu Holland für 800 Euro gekauft. Vier Jahre lang habe er das selbst ausgebildete Tier „aus einer hervorragenden Blutlinie“ mit zur Jagd genommen, die er inzwischen aber aufgegeben habe.

Seit dem 31. Oktober vergangenen Jahres fehlt von dem etwa 15 Kilogramm schweren Hund mit einer Schulterhöhe von über 40 Zentimetern jede Spur. Funke hat einen schlimmen Verdacht: Gero, so vermutet er, sei von einer engagierten Tierschützerin, die nur ein paar Häuser weiter wohnt, in fremde Hände gegeben worden, weil sie überzeugt sei, dass es dem Hund bei seinem Besitzer nicht gut gegangen sei. Beweisen könne er das allerdings nicht.

Trauriger Hundebesitzer: Horst Funke aus Bad Sooden-Allendorf.

Gleichwohl erstattete Funke am 27. November Anzeige wegen „Diebstahls“ bei der Polizeidirektion in Eschwege, wie Pressesprecher Jörg Künstler auf Anfrage bestätigte. Die strafrechtliche Sache, zu der auch Zeugen angehört worden seien, werde an die Staatsanwaltschaft abgegeben. Weil dort der Sachbearbeiter aktuell an Corona erkrankt sei, könne das aber noch dauern.

So soll Jagdhund Gero verschwunden sein

Rückblende: An jenem Samstag im Oktober war die Tierschützerin mit Gero zum Gassi-Gehen unterwegs, wie sie es laut Funke schon anderthalb Jahre regelmäßig getan hatte – einerseits dem Hund zuliebe, andererseits um seinen Besitzer zu entlasten, der Knieprobleme hat und seinen vierbeinigen Liebling deshalb des Öfteren hinter dem Fahrrad oder dem Auto her laufen ließ.

Die Wegstrecke war immer dieselbe: Auf Allendorfer Seite ging es an den Weinbergen vorbei an Funkes Garten zu den Werrawiesen. Nicht aber an jenem Tag: Diesmal führte die Frau das Tier jenseits des Flusses an den Bruchteichen in Sooden aus, nicht weit entfernt von B 27 und Bahnlinie. Dort sei Gero ausgebüxt.

„Ich mache mir solche Vorwürfe. Hätte ich ihn nur weiterhin mit Leine ausgeführt“, bedauerte die Tierschützerin später in einer handschriftlichen Notiz. Und weiter: „Hoffentlich ist er nicht erschossen oder überfahren worden.“ Sie habe noch am Bahndamm und an der B 27 nach Gero geschaut, „zum Glück aber nichts gefunden. Ich vermisse den kleinen Schatz.“

„Wie irre“ vermisst auch der allein lebende Horst Funke den Hund. Der habe „fast geheult“ und mit Gero „alt werden wollen“, erzählen gute Bekannte. Und aus der Gerüchteküche ist zu hören, Gero sei wiederholt Fremden in der Stadt angeboten worden.

Das sagt die Tierschützerin

Unter Verweis auf ein schwebendes Verfahren wollte sich die Tierschützerin zur Sache nicht äußern. Sie kündigte auf Anfrage unserer Zeitung lediglich an, sich gegen Verleumdungen zur Wehr zu setzen.

Die Frau arbeitet ehrenamtlich für den Bund gegen Missbrauch der Tiere (BMT), der in Kassel das Tierheim Wau- Mau-Insel betreibt. Dessen Chef Carsten Plücker hält von den Verdächtigungen oder Anschuldigungen rein gar nichts: „So blöd kann keiner sein.“ (Chris Cortis)

Hinweise: Tel. 0 56 52/25 65 oder Tel. 01 57/35 48 99 27.

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