Bürger fürchten Gefahren

A 44: Sicherheit an Tunnelportalen bei Hessisch Lichtenau wird bemängelt

Keine Gefahr? Die Tonnenelemente sollen bei einem Unfall den Aufprall abfedern und so die Sicherheit am Schulbergtunnel gewährleisten.

Hessisch Lichtenau. Der Schulbergtunnel bei Hessisch Lichtenau soll einer der sichersten Straßentunnel Deutschlands sein. Nach HNA-Informationen zweifeln einige Bürger jedoch an der Sicherheit des A-44-Tunnels.

Konkret geht es um die Notfallüberfahrten und Tonnenelemente vor den Tunnelportalen.

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Kritisiert wird, dass zwischen den Pfosten vor den Tunnelportalen bis zu fünf Meter Platz ist (Bild rechts): "Ein Pkw kann problemlos im laufenden Verkehr von einer auf die andere Seite fahren", heißt es in einem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt. Am Rennsteigtunnel sei dort zur Sicherheit eine Schranke montiert worden.

Platz zwischen den Pfosten am Tunnelportal sollen als Überquerungsmöglichkeit für die Rettungskräfte dienen und werden mit Baken gesperrt.

Hessenmobil dementierte diese angeblichen Sicherheitsmängel: "Bei einem Havariefall in den Tunnelröhren dienen diese Überfahrten als schnelle Überquerungsmöglichkeit für die Rettungskräfte", erklärt Pressesprecher Horst Sinemus. Am Walbergtunnel und am Hopfenbergtunnel habe sich bei Rettungsübungen gezeigt, dass die Schranken sich nicht schnell genug öffen lassen. Zudem sei es erforderlich die Schranken regelmäßig zu warten und von Schnee und Eis freizuhalten, da sich die Schranken sonst nur schwer oder gar nicht öffenen ließen. "Eine Situation, die auch beim Rennsteigtunnel von den Rettungskräften bemängelt wurde", sagt Sinemus. Deshalb habe sich Hessen Mobil entschieden die Betriebsüberfahrten an allen 13 Tunneln entlang der A 44 offen zu lassen und für den Verkehr mit Baken abzusichern.

"Die Baken können im Notfall schnell herausgezogen oder überfahren werden", sagt Sinemus und ergänzt: "Das spart im Einsatzfall kostbare Zeit." Hessen Mobil habe sich daher dagegen entschieden, die "Schrankenlösung" des Rennsteigtunnels anzuwenden. Auch die Tonnenelemente vor den Tunnelportalen, die als "Prellböcke" aufgebaut wurden, bereiten einigen besorgten Bürgern Bauchschmerzen: "Sowas habe ich noch an keinem Tunnel gesehen", heißt es in dem Bürgerschreiben. Dadurch seien schwere Unfälle vorprogrammiert. "Das ist an Hopfen- und Walbergtunnel optimal gelöst, warum nicht hier?" wird gefragt.

Horst Sinemus erläutert, dass diese "Tonnenelemente" Anprallhelfer sind. Ihre Aufgabe sei, bei von der Fahrbahn abgekommene Autos den Anprall zu mildern. "Diese Aufgabe wird beim Hopfenberg- und Walbergtunnel von den seitlich an die Flügelwände angeschlossenen Betonschutzeinrichtungen übernommen." Aufgrund neuer Richtlinien könne diese Lösung bei den neuen A-44-Tunneln nicht mehr angewendet werden. Grund: Die Notrufsäulen müssen von allen Seiten zugänglich sein. Deshalb müssten die Anpralldämpfer frei aufgestellt sein. Nur so sei gewährleistst, dass die Notrufsäulen vor den Tunnelportalen auch von Menschen mit Handicap erreicht werden können, ohne über eine etwa einen Meter hohe Schutzeinrichtung klettern zu müssen.

Von Alia Shuhaiber

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