Fusionierter Kirchenkreis gewinnt Corona-Pandemie viel Positives ab

„So sind wir auch sichtbarer geworden“

Gottesdienst vor dem Seiteneingang der Liebfrauenkirche in Witzenhausen mit Pfarrer Frieder Brack.
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Der traditionelle Kespergottesdienst in Witzenhausen wurde in gewohnter Manier gefeiert werden – wenn auch wegen der nach wie vor bestehenden Hygiene- und Abstandsregelungen unter freiem Himmel.

Werra-Meißner – Wegen der Covid-19-Pandemie war Dekanin Ulrike Laakmann anfangs besorgt, dass dadurch die Fusion der Kirchenkreise Witzenhausen und Eschwege zum Kirchenkreis Werra-Meißner letztlich noch scheitert. Inzwischen sehen sie und ihr Stellvertreter Pfarrer Ralph Beyer aber sogar Positives, das sich erst aufgrund von Corona entwickelt habe.

Beispielsweise hätten die Video-Formate, über die Gottesdienste und Besprechungen online gelaufen sind, unter den Pfarrern „eine unglaubliche Kreativität freigesetzt“, sagte Laakmann in einem Interview mit einer PR-Mitarbeiterin des Kirchenkreises.

Die digitalen Möglichkeiten wolle man auch weiterhin nutzen, kündigte die Dekanin an. Denn es gebe Menschen, die weiterhin nicht in den Gottesdienst gehen wollten. So habe man beispielsweise auch den Gottesdienst auf dem Meißner am vorigen Sonntag per Video-Übertragung abgehalten. Sonst findet diese besondere Feier mit mehr als 100 Teilnehmern statt. Das sei innerhalb des erarbeiteten Sicherheitskonzeptes nicht zu leisten gewesen, begründete Beyer die Entscheidung, stattdessen über den kircheneigenen You-Tube-Kanal zu senden.

Da das Platzangebot unter Berücksichtigung des Sicherheitskonzepts insbesondere in den Dorfkirchen sehr gering ist, finden viele Gottesdienste nun im Freien, vor der Kirchentür statt. Laakmann sieht auch darin Positives: „So sind wir auch sichtbarer geworden.“

Ihr Stellvertreter weist auch auf Lockerungen hin. So könnten Familien sich nun in Gruppen von zehn Personen anmelden, etwa um Taufen zu feiern. Dennoch bliebe es bei der Maskenpflicht und dem Abstandsgebot. Insgesamt lockere man – in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt – aber nur „mit Vorsicht aus der gebotenen Verantwortung heraus“.

Außerdem sind Bereiche der kirchlichen Arbeit weiterhin von Einschränkungen betroffen. So wurden die zur Jugendarbeit gehörenden und bereits geplanten vielen Freizeiten abgesagt. Stattdessen seien kreative Online-Angebote entwickelt worden, wie beispielsweise die Kinderbibelwochen. Für den Sommer biete man nun einige Aktivitäten im Freien unter Hygiene-Maßnahmen an, zum Beispiel Kanu- und Fahrradtouren. Beyer: „Da sind noch Plätze frei.“  

Info: Angebote für die Jugend unter wemeetju.info

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