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Stadtverordnete in Bad Sooden-Allendorf stimmen Anlagen auf Windenergie-Anlagen auf Roßkopf zu

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Von: Christoph Cortis

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Windkraftanlagen wie bei Gertenbach (Foto) sollen bei Oberrieden und Hilgershausen entstehen.
Windkraftanlagen wie bei Gertenbach (Foto) sollen bei Oberrieden und Hilgershausen entstehen. © Chris Cortis

Gegen Widerstand aus den Stadtteilen Oberrieden und Hilgershausen, die sich benachteiligt fühlen, hat sich das Badestädter Parlament mehrheitlich für den Bau zweier Windkraftanlagen auf dem Roßkopf ausgesprochen.

Bad Sooden-Allendorf - Nach einer Sitzungsunterbrechung befürworteten die Abgeordneten am Freitagabend die Nutzung städtischer Flächen zur Erzeugung von Strom aus Windenergie durch die Stadtwerke Union Nordhessen. Der Abschluss eines Nutzungsvertrages für die Errichtung und den Betrieb der Anlagen mit einer möglichen Gesamthöhe von bis zu 250 Metern wurde zur Beratung an den Energie- und Umweltausschuss sowie den Finanzausschuss überwiesen.

Die Stadt verspricht sich davon jährliche Einnahmen von 200 000 Euro. Den Oberriedenern, sagte deren früherer Ortsvorsteher und aktueller SPD-Fraktionschef Mario Babacz, sei nicht zu vermitteln, dass einerseits viel Geld ausgegeben werde für den Hochwasserschutz und die Renaturierung des Riedbachs. Aber andererseits oberhalb des Riedbachtals eine Fläche von 2750 Quadratmetern von den Windkraftanlagen versiegelt werde, und beim Bau weitere 5700 Quadratmeter. Schon jetzt gebe es nach Starkregen oft Probleme mit Wasser und Geröll auf der Landstraße. Die Hänge zum Roßkopf seien steil und könnten Wasser schon jetzt nicht oder kaum aufnehmen. Hinzu komme, dass schwerlasttaugliche Zufahrtswege geschaffen werden müssten. Das Naherholungsgebiet Roßkopf mit seinen Wanderwegen sei dann teilweise auf Dauer zerstört.

Bürger fühlten sich übergangen

CDU-Fraktionschef Peter Siebold aus Hilgershausen schloss sich an und plädierte für eine Vertagung. Heike Krumpholz (Grüne) hielt dagegen, im Finanzausschuss habe er noch für das Projekt gestimmt. Er habe mit Bürgern im Ort gesprochen, die fühlten sich zum Teil übergangen, so Siebold.

Gescheitert ist der CDU-Versuch, die SPD bei Wohltaten für Ortsbeiräte zu überbieten. Die Stadtverordneten billigten einen Antrag der Sozialdemokraten, den Ortsbeiräten kommendes Jahr 15 statt 10 Euro pro Einwohner zur Verfügung zu stellen. Zuvor hatte das Parlament den Änderungsantrag der CDU abgelehnt, diesen Betrag um weitere 5 auf einmalig 20 Euro zu erhöhen.

„Das ist auch eine Art, Politik zu machen“, sagte Martin Herrmann (Grüne) zum CDU-Ansinnen. Siebold habe im Finanzausschuss sogar eine Gegenfinanzierung für den Vorschlag gefordert, so Heike Krumpholz (Grüne). Den Antrag hatte Carolin Krengel (SPD) damit begründet, dass den Ortsbeiräten wegen des noch nicht genehmigten Haushalts 2021 diese freiwillige Leistung der Stadt nicht hätte ausgezahlt werden dürfen. Bürger hätten daher eigenes Geld für nötige Maßnahmen genutzt. Mit der 50-prozentigen Erhöhung in 2022 würden ehrenamtliches Engagement und persönlicher Aufwand gewürdigt.

Ihre Wertschätzung für die Ortsbeiräte zeigte Krengel, indem sie dem Antrag zustimmte. Zuvor hatte Martin Herrmann (Grüne) gemahnt, die Finanzen im Auge zu behalten: „Ich will keinen zweiten Rettungsschirm.“ (Chris Cortis)

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