Karten an der Abendkasse

Mehr Interesse als gedacht: 40 stehen beim Heimatspiel auf der Bühne

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Im Dialog: Loreen Oehl und Detlef Ahlborn in einer Szene des Heimatspiels.

Großalmerode. Das Interesse am Heimatspiel „Das Tonfeld am Heiligenhof" zum Heimatfest in Großalmerode ist enorm: Bereits nach zwei Tagen waren die fünf Aufführungen ausverkauft.

Doch wer zu spät kam, der ging nicht unbedingt leer aus, denn zur Generalprobe am Mittwoch hatte das Heimatspiel-Team den Rathaussaal der Tonstadt für das Publikum geöffnet. So nutzten bereits zwei Tage vor der Premiere an die 200 Besucher die Gelegenheit, die Akteure geschminkt und in Kostümen auf der Bühne zu erleben.

Nach seiner Uraufführung beim Heimatfest im Jahr 2000 kommt das Heimatspiel in einer Neubearbeitung von Juliane Sandrock in diesem Jahr zum zweiten Mal auf die Bühne. Gabriele Pötzsch, Ildiko Szasz, Detlef Ahlborn und Heribert Pohlner hatten das Stück in den 1990er Jahren geschrieben, 30 Rollen waren darin eingebaut. Da aber weitaus mehr Interesse am Theaterspiel zum Heimatfest 2015 bekundet hatten und niemandem eine Absage erteilt werden sollte, hatte Regisseurin Sandrock den Text für 40 Mitwirkende umgeschrieben.

In stilvoller Kulisse: Eine Szene des Heimatspiels in Großalmerode, das anlässlich des Heimatfests fünfmal über die Bühne im Rathaussaal geht.

Im Grußwort zum Heimatspiel schreibt Festausschussvorsitzender Bürgermeister Andreas Nickel von einer lieb gewonnenen und geschätzten Tradition, die nicht nur die Generationen im Saal, sondernauch auf der Bühne vereine. Dafür liefert die Familie Lenz das beste Beispiel: Helmut Lenz spielt in dem Stück den Fabrikanten August Gundlach, Tochter Melanie Lenz die Ottilie Macco, Ehefrau eines Industriellen aus dem Siegerland, und Enkelin Charlotte Lenz die Luise, eins von insgesamt sieben Kindern in dem Stück. Und welche Tradition das Heimatspiel in der Tonstadt hat, beweist Heidrun Kauffold. Sie steht seit 50 Jahren auf der Bühne und spielt diesmal die Martha Noll.

Das Stück spielt im Jahr 1886, einer schweren Zeit für die Tonstädter, denn die Erträge aus der Landwirtschaft und den kleinen Keramikmanufakturen werden immer magerer. In diesen Tagen kommt Heinrich Macco (gespielt von Detlef Ahlborn), Industrieller aus Siegen und Besitzer der Zeche Marie in Rommerode, die Idee, die Großalmeröder Fabrikanten zu einer AG zu vereinen. Damit sollen sie konkurrenzfähig bleiben und einen guten Gewinn erwirtschaften können. Macco reist nach Großalmerode. Alles Weitere erfährt man in den zehn Akten des amüsanten zweistündigen Stückes. Auf vier Bühnenbildern haben Wilfried Schmid, Erwin Schaal und Heribert Pohlner für heimische Kulisse gesorgt.

Sollten die übrigen Veranstaltungen des Heimatfestes in Großalmerode auf genauso viel Resonanz wie das Heimatspiel stoßen, dann stehen den Tonstädtern großartige Festtage ins Haus. Übrigens, für die bereits ausverkauften Aufführungen werden an der Abendkasse noch 20 Plätze für besondere Fälle vorgehalten. (zlr)

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