BUND-Demonstration unterstützt Initiative in Friedrichsbrück

Straße in Hessisch Lichtenau für Krötenwanderung sperren

„Macht die Frösche nicht platt“ steht – auf Englisch – als eine Forderung auf einem Plakat des BUND-Kreisverbands, zwei Demonstranten haben eine Mütze, die wie ein Froschkopf aussieht, übergezogen.
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„Macht die Frösche nicht platt“ stand – auf Englisch – als eine Forderung auf einem Plakat des BUND-Kreisverbands bei der Demonstration am Samstagnachmittag in Friedrichsbrück.

Um dem Straßentod Tausender von Amphibien ein Ende zu bereiten, demonstrierten am Samstag etwa 40 Personen in Friedrichsbrück, um der Forderung nach einer regelmäßigen Sperrung der Landstraße zwischen dem Lichtenauer Stadtteil und der Gemeinde Helsa während der Krötenwanderung Nachdruck zu verleihen.

Friedrichsbrück – Das Treffen an der Lindenallee auf Höhe des Abzweigs „Am Walde“ hatte der BUND-Kreisverband Werra-Meißner organisiert und nicht nur die eigenen Mitglieder mobilisieren können, sondern auch Vertreter des Nabu, verschiedener Parteien und Mitglieder der Bürgerinitiative L 3400 Friedrichsbrück.

Die bemüht sich seit Jahren um eine offizielle Regelung, die Straße für den Schwerlastverkehr und während der Laichzeit zu sperren. Da die Initiative bislang gescheitert ist, hat sie jetzt potenzielle Unterstützer angeschrieben und um Hilfe zur Rettung der Tiere gebeten, die jedes Jahr im Hergesbachtal auf dem Weg in ihr Laichgebiet die Straße queren.

Heike Matthies, Sprecherin des BUND-Kreisverbands, erläuterte vor Ort die Situation: Jahrzehntelang wurde die Landstraße zur Zeit der Amphibienwanderung nachts mit Schranken gesperrt, weil die Tiere bei milder Witterung in der Dunkelheit auf dem Weg zu ihren Laichplätzen die Straße queren müssen, die sich auf etwa fünf Kilometern durch Wald und Wiesen schlängelt. Die Schranken wurden von Ehrenamtlichen bedient, die im Laufe der Jahre aber nicht mehr zur Verfügung standen. Daraufhin wurden die beiden Vorrichtungen an den Endpunkten vor drei Jahren abgebaut.

Obwohl 2019 und 2020 ein Planungsbüro eine Beobachtung vornahm und in den Eimern am mobilen Zaun mehrere Tausend Kröten, Frösche und Molche zählte, soll diese Überwachung ab diesem Frühjahr eingestellt werden. Angeblich sei der Verkehrsbehörde der Aufwand zu hoch und der Oberen Naturschutzbehörde fehle es an Geld, um weiterhin eine externe Firma zu beauftragen. Jedoch habe die Behörde eingeräumt, sagte Matthies, einen Zaun aufbauen zu lassen, sollten für dessen Betreuung und der Leerung der Eimer zwei Mal täglich Ehrenamtliche zur Verfügung stehen.

Der BUND-Kreisverband will nun sowohl Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir als auch Umweltministerin Priska Hinz (beide Grüne) dazu auffordern, endlich Verordnungen auf den Weg zu bringen, um künftig Straßen mit erheblicher Amphibienwanderung sperren zu können.

Die Linke-Fraktion will in der Sitzung des Werra-Meißner-Kreistags am 19. Februar, wie von der BI gefordert, einen Antrag sowohl zur zeitweisen Vollsperrung der Straße in den Abend- und Nachtstunden während der Amphibienwanderung als auch zur durchgängigen Sperrung der Landstraße für Fahrzeuge über zwölf Tonnen einbringen.  zlr

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