Rotes Wasser im Marktbrunnen

Südlink: Bürgermeister demonstrieren solidarisch gegen Stromtrasse durch Werra-Meißner-Kreis

Demonstration gegen das Suedlink-Projekt: Auf dem Marktplatz von Bad Sooden-Allendorf sprechen vom Brunnenrand (von links) Bad Sooden-Allendorfs Bürgermeister Frank Hix, der Kreissprecher der Bürgermeister Friedel Lenze (Berkatal) und BI-Vorsitzender Stefan Heuckeroth-Hartmann.
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Demonstration gegen das Suedlink-Projekt: Auf dem Marktplatz von Bad Sooden-Allendorf sprechen vom Brunnenrand (von links) Bad Sooden-Allendorfs Bürgermeister Frank Hix, der Kreissprecher der Bürgermeister Friedel Lenze (Berkatal) und BI-Vorsitzender Stefan Heuckeroth-Hartmann.

Rot, durch ein paar Liter Rote-Bete-Saft, färbte sich das Wasser im Brunnen auf dem Marktplatz von Allendorf am Mittwochvormittag am Ende der kurzen Kundgebung gegen das „Suedlink“-Projekt.

Damit sollte – zumal auch ein Kamerateam des Landesfernsehens vor Ort war – medienträchtig gezeigt werden, „was passiert, wenn die Tennet-Trasse durch den Kreis geht“, wie Vorsitzender Stefan Heuckeroth-Hartmann von der Bürgerinitiative „Werra-Meißner gegen Suedlink“ sagte. Der Trassenbau zerstörte die Umwelt, sollte mit dem roten Saft deutlich gemacht werden.

Mit Heuckeroth-Hartmann hatte Bad Sooden-Allendorfs Bürgermeister Frank Hix neben der heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Lena Arnoldt die meisten seiner Amtskollegen auf dem Marktplatz begrüßt, wo sie solidarisch ihre Ablehnung der Hochspannungs-Stromtrasse deutlich machten. 

Nur zwei Rathauschefs fehlten, der eine wegen eines Arztbesuchs, der andere wegen anderer Termine.

"Im Werra-Meißner-Kreis halten wir natürlich zusammen"

Protest der besonderen Art: Bio-Rote-Bete-Saft wurde extra in den Marktbrunnen geleitet, um durch das Verfärben des Wassers die befürchteten Folgen des Suedlink-Projektes drastisch darzustellen.

„Im Werra-Meißner-Kreis halten wir natürlich zusammen“, sagte auf Anfrage Finn Thomsen, Bürgermeister der Stadt Großalmerode, die nicht von einem der angedachten Trassenverläufe betroffen ist. Und: „Wir sind eine Region, wir müssen als eine Region denken und zusammenstehen.“

Der Eingriff in Natur und Landschaft durch das Verlegen der Stromleitungen wäre „hier so gewaltig“, stellte Hessisch Lichtenaus Bürgermeister Michael Heußner indirekt in Zweifel, ob anderswo nicht viel geringere Schäden verursacht werden müssten.

Südlink: Sinnhaftigkeit bleibt Bürgermeistern verschlossen

Aber auch generell wird das Mega-Stromprojekt von den Bürgermeistern im Kreis in Zweifel gezogen: „Uns bleibt die Sinnhaftigkeit des Projektes verschlossen“, sagte ihr Sprecher, Berkatals Bürgermeister Friedel Lenze. 

Einen Vorteil habe man zudem hier nicht davon, plädierte er – auf dem Brunnenrand stehend vor rund 50 Suedlink-Gegnern aus verschiedenen Teilen des Kreises – eher für eine dezentrale Energiegewinnung.

Einen Appell richtete noch Heuckeroth-Hartmann an alle Grundstückseigentümer, die jüngst von der Firma Eqos schriftlich auf bevorstehende Kartierungen von Flächen im Auftrag der Netzbetreiber TransnetBW und Tennet hingewiesen wurden.

Keine Vollmacht für Grundstücksuntersuchung unterschreiben

Sie sollten keine Vollmacht unterschreiben und damit Untersuchungen auf ihren Grundstücken genehmigen, damit das Verfahren verzögert werde.

Zugleich stellte der BI-Sprecher die Richtigkeit der Aussage des Regierungspräsidiums Kassel infrage, wonach die faunistische Kartierung von Liegenschaften innerhalb des favorisierten 1000-Meter-Korridors der Suedlink-Trasse rechtens sei. Wäre dem tatsächlich so, sagte Heuckeroth-Hartmann, würde nicht um das Unterschreiben von Vollmachten gebeten. 

Bei Fragen zu diesem Verfahren bietet die Bürgerinitiative auch noch Informationen am Freitag, 27. Dezember, ab 16 Uhr im Hochzeitshaus in Bad Sooden-Allendorf an.

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