Land fördert Umbau des Krankenhauses Witzenhausen mit 5,5 Millionen Euro

Teuerste Kirschen der Welt

Freude auf beiden Seiten: Kirschenkönigin Carina (links) und Kirschenprinzessin Julia überreichten Sozialminister Stefan Grüttner (Mitte) einen Korb Kirschen. Der hatte einen Förderbescheid für den Umbau des Krankenhauses dabei, den Geschäftsführer Prof. Ulrich Vetter (hinten links) und Landrat Stefan Reuß, Aufsichtsratschef des Klinikums Werra-Meißner, gern in Empfang nahmen. Foto: Michaelis

Witzenhausen. Das war ein guter Tausch: Als Dank für seinen Besuch überreichte Kirschenkönigin Carina Stefan Grüttner (CDU) einen Korb voll Kirschen. Hessens Sozialminister ließ im Gegenzug ein Stück Papier da, das für das Klinikum Werra-Meißner einen Wert von 5,5 Millionen Euro hat. Umgerechnet waren das wohl die teuersten Kirschen der Welt.

Grüttners Papier ist ein Förderbescheid. Damit ist nun auch offiziell, dass das Land wesentlich zum Umbau der Klinik beiträgt. Die Pläne dafür stehen längst, doch nun können die Ausschreibungen beginnen, erklärte Architekt Mathias Kirschner. Voraussichtlicher Baubeginn ist im Oktober oder November.

Insgesamt investiert das Klinikum Werra-Meißner etwa zehn Millionen Euro in den Umbau des Standortes Witzenhausen. 5,7 Millionen Euro fließen in die Umstrukturierung der Funktionsbereiche im Erdgeschoss sowie die Einrichtung der Geriatrie und einer so genannten Intermediate-Care-Station (IMC), die die Intensivstation ergänzen soll. Zudem sollen die Abläufe in dem 163-Betten-Krankenhaus durch eine neue zentrale Notaufnahme wesentlich verbessert werden. „Durch die neue Struktur wird die Versorgung der Patienten nachhaltig verbessert“, sagte Grüttner.

Der ganz große Teil für diese Arbeiten kommt mit 5,5 Millionen Euro vom Land. Damit werde deutlich, wie wichtig dem Land die Sicherstellung der medizinischen Versorgung sei, sagte Grüttner. Wichtig sei, die Krankenhäuser so zu planen, dass sie den künftigen Herausforderungen durch medizinischen Fortschritt Rechnung tragen.

Landrat Stefan Reuß (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums, hatte die guten Gespräche und die Verlässlichkeit des Sozialministeriums gelobt. Grüttner hörte das gern: „Wir halten uns an Absprachen, wenn Sie sich daran halten. Und deswegen bekommen Sie jetzt den Förderbescheid.“

Der Weg zum Bescheid sei lang gewesen, erinnerte Prof. Ulrich Vetter, Geschäftsführer des Klinikums, an die Zusammenführung der beiden Krankenhäuser Witzenhausen und Eschwege in schwierigen Zeiten. Mit dem Umbau werde in Witzenhausen besonders die Akutversorgung gestärkt.

Gute Jahresbilanz 2011

Das Klinikum Werra-Meißner habe bewiesen, dass sich ein Krankenhaus auch in kommunaler Trägerschaft gut entwickeln kann - ohne Qualitätsverlust, sagte Reuß. Möglich sei das dank der Unterstützung des Landes. Das zeige die gerade im Aufsichtsrat behandelte Bilanz des Jahres 2011, das mit einem „sehr guten Ergebnis“ abgeschlossen worden sei.

Mit einem kleinen Seitenhieb ging Reuß noch auf die schleppenden Verhandlungen über eine Zusammenführung mit der Orthopädischen Klinik von Lichtenau e.V. ein. Leider habe man nicht überall erkannt, wie hilfreich regionale Lösungen für Krankenhäuser sein können.

Von Claas Michaelis

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