Unbekannte werfen Steine in Lüftung eines Mastbetriebs

Tragödie im Stall: 77 Schweine an Giftgas erstickt

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Bad Sooden-Allendorf /Asbach. Eine Tragödie spielte sich am Himmelfahrtstag in einem einsamen Schweinemastbetrieb auf dem Sickenberg bei Bad Sooden-Allendorf ab:

Weil Vandalen schwere Ziegelsteine in die Abluftschächte des Stalls warfen und dadurch mehrere Ventilatoren zerstörten, sind dort am Donnerstagabend 77 Tiere jämmerlich zu Grunde gegangen. Die Tat wurde erst am Sonntag bei der Polizei angezeigt. Es gilt als sicher, dass die Tiere an giftigen Ammoniakgasen erstickten.

Gegen 23 Uhr ging im Stall die Alarmanlage los, die an das Telefon des Schweinemästers Markus Kremmer (43) gekoppelt ist, der seinen Hof im nahe gelegenen Dorf Asbach hat.

Doch niemand der fünfköpfigen Familie bekam zunächst etwas mit. Erst dreieinhalb Stunden später schreckte der 43-Jährige auf, weil die Alarmanlage immer noch lief und sich erst ausschaltet, wenn der Eingang des Notrufs per Knopfdruck bestätigt wird.

So schnell er das auf dem holprigen Weg konnte, raste er zum etwa zwei Kilometer entfernten Stall. Als er die Tür des westlichen Traktes öffnete, schlugen ihm beißender Gestank und Hitze entgegen. 39 Grad Celsius und 100 Prozent Luftfeuchtigkeit zeigten die Thermometer an.

Zuviel für 77 der insgesamt 298 Mastschweine, die seine Haupterwerbsquelle sind. In Windeseile riss er sämtliche Fenster auf, um die anderen Tiere zu retten. Ein durchaus riskantes Unternehmen, denn bei der hohen Giftgaskonzentration hätte es ihn im schlimmsten Fall auch erwischen können.

Die Kadaver der 77 zwischen zwölf Wochen und sechs Monate alten Schweine wurden schon am nächsten Morgen vom Abdecker abgeholt.

Der in zwei Trakte geteilte Stall wird üblicherweise von je zwei Ventilatoren belüftet, die für einen konstanten Luftaustausch sorgen und die Innentemperatur auf 22 Grad halten sollen.

Drei der vier an der Außenwand des Stalls angebrachten Ventilatoren haben die noch unbekannten Täter zerstört, indem sie mit Ziegelsteinen die Rotorblätter zertrümmerten. Weil für den östlichen Trakt ein Ventilator noch funktionierte, blieben die dort gehaltenen Schweine verschont.

Als Täter vermutet Kremmer angetrunkene Heimkehrer von einer Vatertagstour. Allerdings glaubt er nicht, dass diese sich der Folgen ihres Vandalismus bewusst gewesen seien.

Auf 12.000 Euro beziffert die Polizei den Gesamtschaden und bittet um Hinweise auf die unbekannten Täter unter Tel. (05652) 9 21 46. (zcc)

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