Familie hofft auf Hilfe

Unheilbar erkrankter junger Mann sucht barrierefreies Haus

Gefangen: Mike Andres hat, seitdem er bei seinen Eltern in Wendershausen wohnt, nicht mehr das Haus verlassen können. Er lebt unter unwürdigen Bedingungen auf 13 Quadratmetern. Fotos:  Shuhaiber

Witzenhausen. Mike Andres ist unheilbar krank. Er leidet an einem multiplen Hirntumor. Der 37-Jährige ist halbseitig gelähmt. Wie lange er noch zu Leben hat, ist unklar. Seit einigen Wochen lebt Mike Andres bei seinen Eltern in einem kleinen und verwinkelten Haus in Wendershausen.

Die Familie ist verzweifelt und hofft auf Hilfe. „Wir suchen nach einem behindertengerechten Haus, um unserem Sohn etwas Lebensqualität zurückzugeben“, sagt Marina Andres. Die Familie habe Kontakt mit Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU) und verschiedenen Behörden und Institutionen aufgenommen – bislang aber ohne den gewünschten Erfolg. „Es ist schwierig hier barrierefreien Wohnraum zu finden“, erklärt Fischer auf Anfrage. Sie habe aber den Kontakt zur Diakonie hergestellt, die die Familie nun beraten und unterstützen werde.

„Wir haben hier 58 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Etagen“, beschreibt Marina Andres indes die Situation. Für sie und ihren Mann sei das Häuschen zwar völlig ausreichen, aber zur Versorgung ihres schwerbehinderten Sohnes ungeeignet.

Marina Andres hatte ihren Sohn Ende Januar aus einem Altenheim in Halle-Saale geholt, in das er nach einem Klinik-Aufenthalt überwiesen worden war. “Die Einrichtung ist nicht auf die Bedürfnisse eines jungen Menschen ausgelegt“, sagt Marina Andres. Doch auch die Umstände in Wendershausen sind alles andere als behindertengerecht.

Derzeit beschränkt sich der Lebensraum des Schwerbehinderten mit Pflegestufe zwei auf knapp 13 Quadratmeter Wohnfläche. Auf engstem Raum lebt Mike Andres mit einem Elektrorollstuhl, einem Pflegebett und einem normalen Rollstuhl in einem kleinen Durchgangszimmer und der angrenzenden Küche.

Das kleine schmale Badezimmer und die Toilette direkt nebenan kann er nicht nutzen, weil er mit dem Rollstuhl nicht in den Raum fahren kann. „Ich habe einen speziell auf meinen Körper angepassten Elektrorollstuhl, den ich hier aber nicht nutzen kann“, sagt er. Seine Mutter kümmert sich indes aufopferungsvoll um ihren Sohn. Damit sie immer in seiner Nähe sein und ihm die nötige Unterstützung geben kann, schläft Marina Andres sogar auf einem Bett in der Küche.

Mike Andres fühlt sich indes gefangen. Seit dem er bei seinen Eltern lebt, hat er das Haus nicht mehr verlassen. „Ich kann hier nicht raus, weil unser Haus direkt an einer Durchgangsstraße liegt“, sagt er. Dabei wünscht Mike Andres sich sehnlichst, mal wieder raus in den Wald zu kommen und die Natur zu genießen. Ein Ausflug sei aber unmöglich. Die Familie besitze kein Auto, mit dem der Schwerbehinderte und sein Rollstuhl transportiert werden könnten.

Von Alia Shuhaiber

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