GWH verkauft ein Zehntel der Häuser in Witzenhausen

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Neuer Eigentümer: Die GWH hat insgesamt 52 Wohnungen in Witzenhausen verkauft, unter anderem an der Walburger Straße. Wer die Immobilien gekauft hat, wurde nicht bekannt.

Witzenhausen. Die hessische Wohnungsbaugesellschaft GWH trennt sich von etwas mehr als einem Zehntel ihrer Immobilien in Witzenhausen. Auf Anfrage bestätigte das Stefan Bürger, Leiter der GWH-Geschäftsstelle in Kassel.

Insgesamt seien 52 Wohnungen an der Walburger Straße und am Felsenweg an einen Privatinvestor verkauft worden. Dabei gehe es nicht um einzelne Eigentumswohnungen, sondern um ganze Häuser. Damit hat die GWH in Witzenhausen noch 340 Wohnungen.

Details nannte Bürger mit Hinweis auf den Datenschutz und Verschwiegenheitsvereinbarungen nicht. Auch über den Kaufpreis gab er keine Auskunft.

Die Wohnungen hätten bereits zum 1. November den Besitzer gewechselt, seien aber vorerst noch in der Verwaltung der GWH. In den kommenden Wochen würden die Mieter per Post über den Eigentümerwechsel informiert. Dann werde sich der Käufer auch bei den Mietern bekannt machen.

Bei Bewohnern der Häuser gab es bereits seit einiger Zeit Gerüchte über einen angeblichen Verkauf. Einige machen sich Sorgen, dass die Mieten steigen könnten. Bürger beruhigte, dass alle Mietverträge unverändert weiter laufen. Das sei gesetzlich so abgesichert. Auch seien Luxusmodernisierungen mit dann folgenden Mietpreissteigerungen ausgeschlossen, versicherte er. Gleichwohl gebe es einen Investitionsbedarf in den nun veräußerten Immobilien.

Stefan Bürger

Die Wohnungen in Witzenhausen sind nicht die einzigen, von denen sich die GWH trennt. 48 Wohnungen seien im Quartier Brückenhof im Kasseler Stadtteil Oberzwehren verkauft worden, sagte Bürger. Dort hat die GWH allerdings noch immer knapp 1450 Wohnungen. Insgesamt gehören zum Bestand der Wohnungsgesellschaft fast 50 000 Wohnungen, die hauptsächlich in Hessen liegen. Die GWH ist eine 100-prozentige Tochter der Landesbank Hessen-Thüringen.

Bürger nannte die Verkäufe „ganz normal“. Derzeit gebe es zahlreiche Investoren auf den Finanzmärkten, die nach sicheren Geldanlagen suchten. Deswegen sei nicht ausgeschlossen, dass sich die GWH noch von weiteren Immobilien auch in Witzenhausen trennen könnte.

Allerdings veräußere die GWH nicht nur, sondern kaufe auch. So seien erst kürzlich 136 Wohnungen in Köln und 768 in Düsseldorf gekauft worden. Im vorigen Jahr habe die GWH über 100 Wohnungen in Baunatal erworben. Entscheidend sei eine Kalkulation aus voraussichtlichen Investitionen und möglichen steuerlichen Vorteilen, sagte Bürger. So lohne sich manche Investition eher für Privatleute und dafür eine andere eher für Unternehmen wie die GWH.

Von Claas Michaelis

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