Stadtentwicklung bis 2035 steht in den Startlöchern

Jahresausblick: In Bad Sooden-Allendorf werden weitere Bauplätze geschaffen

Der Dorfmittelpunkt von Dudenrode mit der Kirche auf der Anhöhe links, dem nicht mehr sanierbaren Backhaus in der Mitte und der Borngasse, die in diesem Bereich unterhalb der Mauer aufgeschüttet werden soll.
+
Der Dorfmittelpunkt von Dudenrode wird in diesem Jahr umgestaltet. Unter anderem soll das nicht mehr sanierbare Backhaus abgerissen und durch ein einfaches Gebäude mit Toilette und Abstellraum samt einer Überdachung ersetzt werden.

Auch abseits der Corona-Pandemie stehen in diesem Jahr in den Kommunen im Nordkreis wichtige Themen an. Wir geben einen Überblick zum Jahresbeginn – heute: Bad Sooden-Allendorf.

Politik

Die Kommunalwahl am 14. März ist gerade in Bad Sooden-Allendorf diesmal nicht Routine. Ganz abgesehen von einer wegen Corona erwarteten Abstimmung hauptsächlich per Briefwahl, weshalb diesmal vier Briefwahlbezirke gebildet werden. Diesmal entscheiden die Bürger nicht nur über die Zusammensetzung der nächsten Stadtverordnetenversammlung, sondern parallel auch per Direktwahl, ob Bürgermeister Frank Hix (CDU) weitere sechs Jahre im Amt bleiben darf oder ob er es gleich an Sandra Rhenius-Thimm (parteilos) oder Manfred Heidl (unabhängig) abgeben muss. Zudem wird erstmals ein Ausländerbeirat gewählt. Dieses Gremium habe große Bedeutung, sagt Bürgermeister Hix, weil es Anträge stellen kann.

Die neu gewählte Stadtverordnetenversammlung soll sich am 16. April konstituieren. Zuvor sind noch zwei Sitzungen des aktuellen Parlaments vorgesehen – für den 29. Januar und 26. Februar.

Bauen

Das in den vergangenen Monaten erarbeitete integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) weist viele Projekte und Pläne aus, die in den nächsten zehn bis 15 Jahren verwirklicht werden sollen. Es muss vom Parlament aber noch beschlossen werden. Dazu gehören dann unter anderem die Sanierung der Stadtmauer und die Modernisierung von Spielplätzen. Hix hofft, dass das Anreizprogramm für private Investitionen, unter anderem um die Stadt grüner zu machen, schon 2021 anlaufen kann.

Im Stadtteil Dudenrode wird der Dorfmittelpunkt vor der Kirche umgestaltet. Der Platz soll der Dorfbevölkerung ebenso wie den Gästen des Luftkurortes als Kommunikationsort sowie als Treff-, Start- oder Zielpunkt für Wanderungen dienen.

Wohnen

Mitte des Jahres soll der vierte Abschnitt des Baugebietes Wassergraben in Allendorf erschlossen sein, mit dem Häusle bauen könnte dann vor Ende des Jahres begonnen werden.

Zudem will sich die Stadt bemühen, das Sondergebiet Kur hinter der Balzerbornklinik in Sooden-Süd noch in diesem Jahr zum Baugebiet umzuwidmen.

Als neues Wohnprojekt firmiert auch die Wiederbelebung des ehemaligen Sportinternats in Allendorf. Die Umbauarbeiten werden in diesem Jahr geplant, umgesetzt aber vermutlich erst ab dem nächsten Jahr.

Wirtschaft und Verkehr

Mit Sicherheit wird ein neues Hotel, für das man sich Gedanken gemacht hat, in diesem Jahr noch nicht gebaut. Aber es hat sich, wie Bürgermeister Hix berichtet, ein privater Projektentwickler gemeldet, der – in Absprache mit der Stadt – für einen großen Beherbergungsbetrieb eine Grünfläche neben Kurmittelhaus und Therme in Sooden dafür vorgeplant, um dann einen Investor zu finden.

Allerdings sollen in diesem Jahr in der alten Schrotschen Fabrik von privater Seite Büroräume für Start-Up-Unternehmen entstehen.

Wichtig für die Stadt ist nach den Worten Hix’ auch, dass sie das Prädikat Heilbad für weitere zehn Jahre erhält. Nur das Luftgutachten dafür muss 2021 noch erstellt werden.

Und der wirtschaftlich bedeutsame Stadtwald soll nach den Aufräumarbeiten nach Sturm, Trockenheit und Borkenkäfern wieder aufgeforstet werden. Voraussichtlich im April findet, wie der Bürgermeister ankündigt, zusammen mit Hessen eine Bürgerpflanzaktion statt.

Zum integrierten Stadtentwicklungskonzept gehört auch ein neuer Verkehrs- und Radwegeplan. Ob daraus schon 2021 etwas realisiert werden kann, ist laut Hix aber nicht sicher.

Gemeindeleben

Bezüglich der Kitas besteht nach Auskunft des Bürgermeisters viel Bedarf bei der Betreuung der unter Dreijährigen. Dazu will wohl die katholische Kirchengemeinde in diesem Jahr eine zusätzliche Gruppe schaffen.

Bei der Feuerwehr in der Kernstadt wird darauf gewartet, dass ein großes neues Löschfahrzeug, das seinen Standort in Sooden hat, offiziell vorgestellt werden kann. Aber immerhin dürfen die Aktiven es schon einsetzen.

Ob die traditionellen Feste in diesem Jahr stattfinden können, ist noch unklar. Die Märchenwoche über Ostern ist bereits abgesagt. Bei Brunnenfest zu Pfingsten und Erntefest im August hängt es noch davon ab, wie sich das Corona-Infektionsgeschehen entwickelt. Das Brunnenfest, so befürchtet Hix, könnte noch zu früh liegen.

Ferner will die Freiwillige Feuerwehr von Oberrieden in diesem Jahr ihr Bestehen seit 125 Jahren feiern.  (sff)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare