Anrainer formieren sich neu

Klagegemeinschaft will Kampf gegen K+S und Versalzung der Werra fortsetzen

Von hier versickern salzige Abwässer: Die Abraumhalde am K+S Werk Wintershall bei Heringen (Kreis Hersfeld-Rotenburg) hat keine Abdeckung.
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Von hier versickern salzige Abwässer: Die Abraumhalde am K+S Werk Wintershall bei Heringen (Kreis Hersfeld-Rotenburg) hat keine Abdeckung.

Nach Verlängerung der Einleiterlaubnis für salzhaltige Abwässer in die Werra für den Kali-Produzenten K+S will die Klagegemeinschaft der Werra-Weser-Anrainer (WWA) sich neu formieren.

Witzenhausen – Der Kampf gegen die Umweltschäden soll fortgesetzt werden. Laut einer aktuellen Mitteilung wurde dazu ein vorläufiger Vorstand gebildet. Er besteht aus Walter Hölzel, Harald Ludwig (beide Witzenhausen), Klaus Reinhardt (Berka/Werra, BI „Für ein lebenswertes Werratal“) und Gero von Randow (Herleshausen). Sie bereiten eine Vollversammlung vor, bei der ein regulärer Vorstand gewählt und das weitere Vorgehen besprochen werden soll. Die Koordination soll weiter bei der Stadt Witzenhausen liegen.

„Nach Auslaufen der alten Genehmigung zum 31. Dezember 2020 wurden die bisherigen Klagen gegenstandslos, und unser Rechtsanwalt hat sein Mandat niedergelegt“, teilt der vorläufige Vorstand mit. „Für die anstehenden neuen Aktionen wird uns wieder ein auf diesem Rechtsgebiet sehr erfahrener Anwalt vertreten, der auf der geplanten Vollversammlung seine Vorschläge zu faktischen und daraus folgenden rechtlichen Konsequenzen und Möglichkeiten vortragen wird.“ Des Weiteren habe man alle Werra- und Weser-Anrainerkommunen und verbundene Interessengruppen um finanzielle Hilfe gebeten.

Das Regierungspräsidium Kassel hatte zum Jahresende die auslaufende Einleiterlaubnis für salzhaltige Abwässer in die Werra zunächst um ein weiteres Jahr verlängert (HNA berichtete). Das kritisiert die WWA: „Die bisherigen Klagen und Aktionen haben zwar erreicht, dass das Unternehmen deutlich weniger Abfallsalze in die Werra leiten darf. Die im aktuellen Bewirtschaftungsplan für Werra und Weser formulierten Ziele reichen aber nicht einmal aus, um die Qualität der Flüsse innerhalb der festgelegten Fristen auch nur um eine Qualitätsstufe zu verbessern.“ Die Mindestziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie würden weiter nicht erreicht.

Zwar würde weniger salzhaltiges Abwasser in den Fluss eingeleitet, da K+S die Produktion teils umgestellt habe. Zugleich würden aber mehr feste Abfälle auf offenen Halden gelagert, wo der Regen Salze auswaschen könne, die im Untergrund versickern würden. Die seit Jahren geforderte sichere Abdeckung der Halden sei weltweit technisch noch nicht umgesetzt worden. Auch bei der Lagerung der Abfälle in Bergwerken gebe es Umweltrisiken, heißt es weiter.  

(Friederike Steensen)

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