Werra-Meißner-Kreis hat viele Zuckerkranke

Kinder beschäftigen zunehmend Diabetologen im Werra-Meißner-Kreis

Diabetiker sind auf Insulin angewiesen. Allerdings ist jetzt eine Insulinpumpe von einem Rückruf betroffen. (Symbolbild)
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Der Diabetiker-Anteil im Werra-Meißner-Kreis ist hoch.

Der Diabetiker-Anteil im Werra-Meißner-Kreis ist hoch. Zu diesem Schluss kommt die Krankenkasse AOK Hessen in ihrem aktuellen „Gesundheitsatlas Hessen“.

Werra-Meißner – 10,8 Prozent der Bevölkerung sind demnach bereits zuckerkrank, haben Diabetes mellitus (Typ 2). Zum Vergleich ein Blick auf die Nachbarn: Der Kreis Hersfeld-Rotenburg ist noch gefährdeter (11,4 Prozent); der Schwalm-Eder-Kreis wird als Mittel eingestuft (8,7 Prozent).

Der Diabetologe Michael Meixner zweifelt diese Zahlen jedoch an. Zwar stelle auch er in seiner Praxis in Witzenhausen fest, dass zunehmend Menschen an Diabetes erkranken, aber: „Ich glaube nicht, dass die Menschen im Werra-Meißner-Kreis ungesünder leben als im Rest Hessens“, sagt er.

„Die Unterschiede liegen vermutlich daran, wie genau in den Regionen diagnostiziert wird.“ Dort liegt der Durchschnitt laut AOK Hessen bei 8,1 Prozent. Das sind 0,5 Prozentpunkte unter dem Bundesniveau.

Nach Angaben der Krankenkasse sind in Hessen mehr als die Hälfte der Typ-2- Diabetiker älter als 70 Jahre. Meixner stellt aber auch eine starke Zunahme bei Kindern fest – besonders, wenn diese adipös sind. „Die Kinder lernen nicht mehr, richtig zu essen“, sagt er. Statt dem klassischen Pausenbrot bekämen sie oft Schokoriegel und zuckerhaltige Getränke mit in die Schule. „Oder sie bekommen Geld und kaufen sich etwas Ungesundes.“

Bei Patienten, bei denen Meixner eine mögliche Diabetes-Erkrankung befürchtet, setzt er daher zunächst auf Ernährungsberatung. „Wichtig ist, die Kohlenhydrate in der Ernährung zu reduzieren und die Ballaststoffe zu erhöhen“, sagt er.

Denn: Die Kohlenhydrate würden im Körper zu Glukose (Zucker) umgewandelt. Erreicht der Patient damit keine Besserung, rät der Diabetologe zu einem Medikament, das den Stoffwechsel in der Leber beeinflusse. Erst später folgt die Gabe von Insulin.

Aktuell ist nach dem AOK-Gesundheitsatlas jeder zwölfte Deutsche zuckerkrank. Meixner sagt: „Im Jahr 2030 ist voraussichtlich jeder Achte von Diabetes Typ 2 betroffen.“ (Von Fabian Becker)

Symptome von Typ-2-Diabetes

Bei Diabetes mellitus (Typ 2) können Symptome wie Durchblutungs- und Stoffwechselstörungen, verstärkter Durst, Abgeschlagenheit, Nierenschäden sowie gehäufte Infektionen wegen geschwächter Immunabwehr auftreten. „Das Herz und der Zucker im Blut hängen eng zusammen“, erklärt der Witzenhäuser Diabetologe Michael Meixner. „Mit dem Übergewicht und dem Alter steigt das Risiko für eine Erkrankung.“ Bewegung könne dem entgegenwirken.

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