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Hauskäufer im Werra-Meißner-Kreis schrecken nicht vor langsamem Internet zurück

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Von: Fabian Becker

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Glasfaser direkt bis ans Haus: Dieses Projekt plant nun auch die Stadt Wanfried.
Noch kein Problem beim Grundstücksverkauf: Fehlender Glasfaseranschluss hat noch keine Wertminderungen von Gebäuden zur Folge. © Foto: Uwe Anspach/dpa

Immobilienhändler aus dem Werra-Meißner-Kreis erklären, ob fehlender Glasfaseranschluss tatsächlich zu einer Wertminderung von Häusern im Werra-Meißner-Kreis führt.

Werra-Meißner – Wenn derzeit im Werra-Meißner-Kreis Straßen erneuert werden, soll dabei oft auch Glaserfaser zu angrenzenden Gebäuden verlegt werden. Eine Begründung: Der fehlende schnelle Internetanschluss könne zu einer Wertminderung des Gebäudes führen. Dafür gibt es im Werra-Meißner-Kreis bisher aber keine Anzeichen, sagen regionale Immobilienhändler.

Einer von ihnen ist Stephan Behrendt aus Witzenhausen. Er sagt: „Der Werra-Meißner-Kreis hat relativ wenig Industrie, die den schnellen Anschluss braucht.“ Für den privaten Gebrauch reiche den meisten auch langsameres Internet. „Einzig in Orten mit Funklöchern, zum Beispiel Ziegenhagen, kann ein Glasfaseranschluss eine größere Rolle spielen.“

Außerdem seien Menschen, die auf dem Land wohnen oder dorthin ziehen, oft andere Dinge wichtig, zum Beispiel Natur und Ruhe, so Behrendt. Und seit dem Pandemie-Beginn: Gärten. „Da die Leute nirgendwo hingehen können, wollen sie privat draußen sein“, sagt der Makler.

Das sieht auch Rainer Beck aus Eschwege so. „Schnelles Internet ist bei der Immobiliensuche höchstens drittrangig“, sagt der Immobilienmakler. Eine Wertminderung durch fehlenden Glasfaseranschluss sei daher zu vernachlässigen. Wichtiger sei, dass Heizungen, Wände und Fenster in Ordnung sind. „Nur vereinzelt wird nach Glasfaser gefragt.“

Beide Makler halten es aber für möglich, dass sich das langfristig ändern kann. „Mit dem technischen Fortschritt könnte sich auch das Interesse an schnellem Internet verändern“, sagt Behrendt. Zum Beispiel bei steigender Nutzung von Smart-Home-Angeboten. Das sind technische Möglichkeiten in Wohnräumen und -häusern mit vernetzten und fernsteuerbaren Geräten, Installationen und automatisierbaren Abläufen.

Auch mit einer weiteren Zunahme von Homeoffice könnte sich der Bedarf nach Glasfaseranschlüssen verändern, so Beck. Bisher sei das aber eher in der Nähe von Großstädten der Fall und daher noch kein Thema im ländlichen Werra-Meißner-Kreis. (Von Fabian Becker)

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