Aus aller Welt an die Werra

Werra-Meißner-Kreis: Zahl der ausländischen Studierenden über dem Landesschnitt

Beliebter Hochschul-Standort: Rund 500 Studierende aus China sind derzeit an der Diploma-Hochschule in Bad Sooden-Allendorf eingeschrieben.
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Beliebter Hochschul-Standort: Rund 500 Studierende aus China sind derzeit an der Diploma-Hochschule in Bad Sooden-Allendorf eingeschrieben.

An den hessischen Hochschulen geht die Zahl der ausländischen Studienanfänger zurück – außer im Werra-Meißner-Kreis.

Wie die Universität Kassel für ihren Standort in Witzenhausen und die Diploma-Hochschule für den Standort Bad Sooden-Allendorf mitteilen, ist die Zahl der internationalen Studierenden zuletzt sogar noch gestiegen.

Am Uni-Fachbereich „Ökologische Agrarwissenschaften“ in Witzenhausen sind 300 Personen internationale Studierende eingeschrieben – das entspricht einem Anteil von 25 Prozent. 2015 hatte der Anteil bereits bei 16 Prozent gelegen. Studienkoordinator Holger Mittelstraß führt das Interesse vor allem auf die drei Masterstudiengänge zu nachhaltiger Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft und Nahrungssystemen zurück, die komplett auf Englisch absolviert werden können.

„Wir sind international sehr gut vernetzt in der Forschung“, sagt Mittelstraß. „Vor Ort gibt es eine intensive Betreuung und es wird individuell auf die internationalen Studierenden eingegangen. Unsere Lehrveranstaltungen werden sehr gut oder gut bewertet.“

Holger Mittelstraß: Studienkoordinator, Uni Kassel

Die meisten internationalen Studierenden wollen in Witzenhausen auch einen Hochschulabschluss erwerben, so Mittelstraß. Es gebe nur etwa 20 Austauschstudierende pro Jahr, die nur für ein oder zwei Semester blieben. Die meisten Studierenden kämen aus Afrika (104, davon 60 aus Nigeria, 30 aus Ghana), gefolgt von Asien (130), Europa (27) und Amerika (26).

An der Diploma in Bad Sooden-Allendorf studieren derzeit 600 Menschen, davon stammen rund 500 aus China, sagt Diploma-Präsidentin Prof. Dr. Michaela Zilling. Insgesamt hat die Private Hochschule, die auch Fernstudiengänge anbietet, 8100 Studierende. Der Anteil der internationalen Studierenden liegt bei 7,4 Prozent. Die enge Kooperation mit Partnerhochschulen in China sei langsam aufgebaut worden, so Zilling: 2013 kamen 50 Studierende aus China, seit 2016 liege die Zahl konstant bei rund 500. Anders als in am Uni-Standort Witzenhausen studieren sie auf Deutsch, um Abschlüsse in Mechatronik und Betriebswirtschaft zu erlangen und internationale Erfahrung nachzuweisen.

So ist die Lage in Hessen

Insgesamt gibt es an hessischen Hochschulen derzeit 38 779 internationale Studierende – das entspricht 14,65 Prozent aller Studierenden. Laut dem Statistischen Landesamt ist das zwar ein Höchstwert der Zeit seit 1972, es kündigt sich aber eine Trendwende an: Zum laufenden Wintersemester ging die Zahl der Studienanfänger aus dem Ausland im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent zurück. Die meisten stammen aus China (1094), Indien (499), Syrien (402) sowie der EU (328).

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