Fragen und Antworten

TransnetBW-Vertreter zur Aufregung über Südlink: Proteste beeinflussen Planung nicht

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Gewohntes Bild: Bei allen Informationsveranstaltungen zur Suedlink-Trasse im Werra-Meißner-Kreis waren bislang Portestplakate zu sehen, hier beim Infoabend in Witzenhausen-Unterrieden vor zwei Wochen.

Bad Sooden-Allendorf. Das Thema Südlink polarisiert - am Dienstag äußersten sich Vertreter des Netzbetreibers TransnetBW in Bad Sooden-Allendorf zur Aufregung über die Stromtrasse.

Nach wie vor wird bei Veranstaltungen des Landkreises über das Erdkabel-Projekt Südlink informiert. Stets machen Bürger dabei auch ihren Sorgen Luft, wird Protest gegen eine Trasse durch die Region artikuliert.

Nach dem Info-Abend am Montag in Netra standen am Dienstag Geschäftsführer Dr. Werner Götz und Projektsprecherin Saskia Albrecht vom Netzbetreiber TransnetBW bei einer Pressekonferenz in Bad Sooden-Allendorf Rede und Antwort.

Welchen Einfluss hat der Protest der Bürger auf die Trassenfindung?

Emotionen dürfen die Planer und fachlichen Entscheider nicht beeinflussen, da der Trassenvorschlag am Ende auch Klagen vor Gericht standhalten muss, sagt Saskia Albrecht, die an allen Info-Veranstaltungen der vergangenen Wochen teilgenommen hat. 

Verständnis für die Proteste habe sie aber durchaus. Ob bei den bisherigen Untersuchungen und Abwägungen etwas falsch betrachtet oder gewichtet worden sein sollte, das müsse die Bundesnetzagentur (BNA) entscheiden. Eine politsche Willensbildung spiele dabei aber keine Rolle, auch emotionale Aufregung in den betroffenen Regionen nicht.

Kann garantiert werden, dass bei den Unterbohrungen der Werra wasserführende Schichten nicht gestört werden?

Absolute Sicherheit könne erst mit dem Planfeststellungsverfahren erreicht werden, wäre ihm aber sehr wichtig, sagt Götz. Bei den Voruntersuchungen sei der Aspekt schon genau beachtet worden, um sicher zu gehen, dass die Trasse im Werratal realisiert werden könnte, ergänzt Albrecht. Dabei seien alle Schichten und Quellen im Bereich Bad Sooden-Allendorf berücksichtigt worden. Die Unterbohrung der Werra werde bis in vielleicht 20 Meter Tiefe erfolgen. Da komme man schon an neuralgische Punkte, die aber vorher noch hydrogeologisch unter die Lupe genommen würden.

Was war vor zehn Tagen in Bad Sooden-Allendorf los, als ein der deutschen Sprache nicht mächtiger Vermesser unerlaubt auf Privatgrundstück stand?

Normalerweise sollten die für das Suedlink-Projekt Tätigen unterwiesen sein, was sie dürfen und was nicht sowie sich vorstellen können, sagt Albrecht. In dem speziellen Fall sei das „vielleicht nicht so gut gelaufen“. Man habe sich inzwischen bei dem betroffenen Landwirt und der Stadt entschuldigt.

Müssen TransnetBW und Tennet für den Stromtrassenbau ein festes Budget einhalten oder sind sie flexibel bei den Kosten?

„Wir würden bei mehr Investitionen auch mehr verdienen“, sagt Götz. Man unterliege aber einem Effizienzgebot – und müsse daher beim Finden teurerer Kompromisslösungen maßhalten.

Hintergrund: Zwei vorgeschlagene Trassen führen durch den Werra-Meißner-Kreis

Es gibt zwei Trassenvorschläge, die durch den Werra-Meißner-Kreis führen. Die durchs Werratal und weiter durch den Ringgau ist von den Netzbetreibern Tennet und Transnet BW als Vorzugslösung ausgewählt worden. Genauso gut kann aber auch eine unterirdische Verlegung der Gleichstrom-Kabelstränge über den Bad Sooden-Allendorfer Stadtteil Hilgershausen durchs östliche Meißnervorland und weiter über Waldkappel und Sontra nach Süden ausgewählt werden. 

Das entscheidet die Bundesnetzagentur. Zuvor werden alle Trassenvorschläge noch geprüft und zwecks Beteiligung der Bürger ausgelegt. Für den Abschnitt C, der die westlichen, durch den Werra-Meißner-Kreis laufenden Trassen beinhaltet, wird damit ab Anfang April gerechnet. Dann können die umfangreichen Unterlagen einen Monat lang von jedermann eingesehen werden, einen weiteren Monat lang können dann noch Einwendungen und Bedenken dazu geäußert werden, also vermutlich bis Anfang Juni. Sie müssen dann in der Erörterung berücksichtigt werden. Die genauen Termine werden noch öffentlich bekannt gemacht, sobald sie feststehen.

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