Die ersten Kirschen werden gepflückt

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Bereits rot: Die Frühkirschensorte Burlat kann, sagt Experte Eberhard Walther, schon geerntet werden. 

Sie sind da und sie sind rot: Im Werratal um Witzenhausen hat jetzt die Ernte der ersten frühen Süßkirschen begonnen. 

Witzenhausen – Die Liebhaber der roten Früchtchen, für die das Werratal rund um Witzenhausen bekannt ist, können sich freuen: An diesem Wochenende beginnt die Ernte der ersten Süßkirschen der Saison. Wie Diplom-Agraringenieur Eberhard Walther vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) in Kassel schätzt, beginnt damit auch die Vermarktung. Ein erster bereits eingerichteter Verkaufsstands an der B 80 bei Unterrieden deutet auch daraufhin.

Vom Geschmack der Frühsorten ist der Kirschenexperte allerdings nicht so angetan: Sie seien etwas wässrig und ohne „das tolle Aroma“.

Gute Ernte mit guter Qualität

Allgemein geht Walther nach derzeitigem Entwicklungsstand der Kirschen von einer „guten Ernte mit guter Qualität“ aus. Dass es in einigen tiefen Lagen zu etwas Frostschäden durch zwei, drei Nächte in der letzten Aprilwoche gekommen sei, hat er als „nicht so dramatisch“ begutachtet.

Und der Regen derzeit schade den Früchten nicht, derweil sie sich erst noch umfärben. Erst danach sollte es trocken bleiben, sonst könnten die Kirschen platzen und zu schimmeln beginnen. Mit dem Beginn der vollen Ernte rechnet der Experte in zwei Wochen, „um den 20. Juni“.

Sorgen müssen sich die Obstbauern in diesem Jahr nach Meinung des Beraters vor allem wegen der Kirschfrucht- und der Kirschessigfliege machen. Beide Schädlinge sind bereits unterwegs, um ihre Eier in reife Früchte zu legen, hat auch seine Kollegin Sylvia Schnell vom LLH festgestellt. Die Pflanzenschutzberaterin kontrolliert derzeit zweimal pro Woche die ausgehängten gelben Leimtafeln.

Am Donnerstag klebten auf den drei Fallen in der Versuchsanlage oberhalb von Wendershausen zwischen 20 und 40 Kirschfruchtfliegen. Diese Informationen seien für die Erzeuger wichtig, erläuterte sie, um ihren Baumbehang gegen die Fliegen zu behandeln, damit sie keine vermadeten Kirschen ernten.

Und in diesem Jahr, schätzen Schnell und Walther, gibt es einen „sehr starken Flug und Befall“ durch die beiden Fliegenarten. 

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