Nicht an jedem Arbeitsplatz ist Homeoffice möglich

Wie Behörden und Industriebetriebe im Werra-Meißner-Kreis versuchen, ihre Mitarbeiter zu schützen

Eine Frau sitzt mit einem Smartphone am Ohr vor dem Laptop
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Das Arbeiten von zu Hause aus, das Homeoffice, nutzen derzeit immer mehr Menschen, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. (Symbolbild)

Das Arbeiten von Zuhause, das Homeoffice, wird immer wichtiger. Das ist jedoch nicht überall möglich.

Werra-Meißner – So sehen Behörden und Industriebetriebe die Vorgaben zu mehr Home Office:

Das sagen Behörden im Werra-Meißner-Kreis: Kreisverwaltung

In der Kreisverwaltung sei Homeoffice ab dem ersten Lockdown im März gleich ein Thema gewesen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. Aus vielen Büros seien Mitarbeiter ins Homeoffice oder auch in Räume mit mehr Platz gewechselt.

Homeoffice sei aber nicht überall möglich, weil Akten nicht einfach nach Hause getragen werden könnten. Von den insgesamt 428 Beschäftigten sind aktuell 100 im Homeoffice, 20 weitere sollen nun noch kurzfristig ebenfalls vorerst von daheim aus arbeiten.

Außerdem sollen Doppelnutzungen von Büros vermieden werden, weitere Laptops würden angeschafft, so Klinge. Bedeutsamer sei aber die Frage, was der zentrale Rechner leisten kann. Er selbst arbeitet abwechselnd im neuen, geräumigen Kreisarchiv in Waldkappel und daheim.

Für die Kfz-Zulassungsstellen in Eschwege und Witzenhausen soll es auch nach den jüngsten Verschärfungen keine Einschränkungen geben. Nachdem sie coronaschutzgerecht angepasst – beziehungsweise in Witzenhausen richtig umgebaut – wurden, werden die Besucher im Einbahnstraßen-System geleitet.

Das sagen Industriebetriebe im Werra-Meißner-Kreis: Firma Grein in Eschwege

Dort wo es geht, bieten auch die produzierenden Firmen im Kreis ihren Mitarbeitern Homeoffice an. Das betrifft aber hauptsächlich die Tätigkeiten in der Verwaltung.

In der Produktion geht das nicht, sagt Georg Grein, Geschäftsführer die Firma Grein in Eschwege. Das Unternehmen mit den 70 Mitarbeitern liefert unter anderem Teile an die großen Autobauer.

Die Produktion herunterzufahren mit der Automobilindustrie im Rücken sei daher ganz schwierig. Deshalb setzt das Unternehmen Grein auf die Einhaltung der Hygieneregeln mit Desinfektionsspendern, Mundschutz und versetzten Pausen.

Das sagen Industriebetriebe im Werra-Meißner-Kreis: Firma Essity in Witzenhausen

Ähnlich sieht es auch bei der Firma Essity in Witzenhausen, die unter anderem Toilettenpapier herstellt – eine Reduzierung der Produktion der systemrelevanten Produkte, um Kontakte der Belegschaft zu verringern, sei keine Option.

Fast alle der 100 Mitarbeiter im Werk arbeiten in der Produktion im 3-Schicht-System, die Papiermaschinen laufen rund um die Uhr, sagt Sprecher Stefan Küchler. Daher sei keine Tätigkeit von zuhause möglich.

Es gebe ein strenges Hygiene-Konzept, Schutzausrüstung mit FFP2-Masken, feste Teams und weniger Meetings. Auf familiäre Belange wie nötige Kinderbetreuung werde Rücksicht genommen.

Das sagen Industriebetriebe im Werra-Meißner-Kreis: Maschinenbauer Frimo in Sontra

Der Maschinenbauer Frimo aus Sontra will auch in der Montage die Anzahl der Mitarbeiter verringern. So können etwa die Teamleiter von zuhause aus arbeiten und es wurde Schichtarbeit mit festen Teams eingeführt, erklärt Volker Krausmüller, Geschäftsleiter Technik.

Die Produktion herunterfahren, sei für den 180-Mitarbeiterstarken Standort nicht möglich. „Wir haben Verträge mit Kunden“, sagt Krausmüller. (Stefan Forbert, Friederike Steensen, Hannah Maiterth)

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