Lockstock-Aktion soll mehr über Tiere verraten und bundesweite Gendatenbank füttern

Wildkatzen auf der Spur

Scheu: Noch vor wenigen Jahrhunderten streifte die Wildkatze durch fast ganz Deutschland, bis sie durch starke Bejagung in vielen Gebieten ausgerottet wurde. Das nordosthessische Bergland gehört zu den wenigen Rückzugsgebieten, von denen sich sie heute langsam wieder ausbreitet. Archivoto:  nh

Hessisch Lichtenau. Um mehr über die scheuen Wildkatzen im Werra-Meißner-Kreis herauszufinden, plant der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in diesem Winter einer Lockstock-Aktion in den hiesigen Wäldern. Deshalb lädt der BUND gemeinsam mit dem Hessen-Forst, Forstamt Hessisch-Lichtenau am 13. Dezember, 18 Uhr, zu einem Informationsabend rund um die Wildkatze in das Forstamt, Retteröder Straße 17, ein.

Deshalb lädt der BUND gemeinsam mit dem Hessen-Forst, Forstamt Hessisch-Lichtenau am 13. Dezember, 18 Uhr, zu einem Informationsabend rund um die Wildkatze in das Forstamt, Retteröder Straße 17, ein.

„Mit Baldrian besprühte Holzpflöcke locken umherstreifende Wildkatzen fast magisch an“, erklärt die BUND-Lockstock-Koordinatorin Annika Hennemuth. Beim Reiben am rauen Holz hinterließen die Tiere Haare. Eine genetische Analyse zeige anschließend genau, wer am Lockstock war. Die Aktion ist Teil des vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Projekts „Wildkatzensprung“, in dem der BUND den Aufbau einer bundesweiten Gendatenbank für Wildkatzen plant.

„Durch Beobachtungen und Totfunde wissen wir bereits, dass die Wildkatze bei uns im Werra-Meißner-Kreis lebt“, sagt Ralf Meusel vom Forstamt Hessisch Lichtenau. Durch die neue Untersuchung erhoffe er sich, mehr über die hier lebenden Tiere zu erfahren und herauszufinden, mit welchen anderen Vorkommen sie verwandt sind.

Die Infoveranstaltung soll dafür alle Akteure im Werra-Meißner-Kreis zusammen bringen, die sich für den Schutz der Wildkatze und ihres Lebensraumes engagieren wollen. Ein bebilderter Vortrag bietet Natur- und Katzeninteressierten einen Einblick ins Leben der Tiere, ihre Gefährdung und mögliche Schutzmaßnahmen. Wer selber aktiv werden möchte, kann bei den Kontrollen der 50 Lockstöcke rund um den Meißner und den Kaufunger Wald mithelfen. Für alle potenziellen Helfer findet im Anschluss an den Vortrag eine ausführliche Einweisung in die Lockstock-Methode statt. Die Kontrollen sollen von Januar bis April alle zehn bis 14 Tage erfolgen. (alh)

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