Windpark Berlepsch: Turmbau ab Oktober

Schloss Berlepsch. Monatelang ruhte die Baustelle für den Windpark unterhalb von Schloss Berlepsch, aber ab Mitte Oktober soll es weitergehen. Wie Wiebke Baden, Sprecherin des Windpark-Betreibers Enercon auf Anfrage mitteilt, sollen dann die ersten Turmteile für die Windräder angeliefert werden. Wenn alles nach Plan laufe, könnten die fünf Windräder zwischen Ende Januar und April 2018 in Betrieb genommen werden.

Seit im Frühjahr die Fundamente betoniert worden waren, ging es auf den Baustellen neben der Autobahn 7 nicht mehr voran. Dafür gab es zwei Gründe, so Baden: „Wegen der hohen Auftragslage von Windenergieprojekten hat Enercon im Frühjahr vorübergehend eigene Projekte zurückgestellt und die Fertigstellung von Kundenprojekten vorgezogen.“ Zeitgleich seien Sanierungsarbeiten an der A7 angekündigt worden, während der man die Sonderabfahrt, über die große Bauteile angeliefert werden, nicht hätte nutzen können. „Der Zeitpunkt für die Sanierungsarbeiten wurde mehrfach verschoben, sodass auch eine logistische Zeitplanung zur Anlieferung der Anlagenkomponenten nicht möglich war“, so Baden. Daher habe man sich entschieden, Großkräne und Bauteile erst nach Ende der Bauarbeiten anzuliefern. Aus Sicherheitsgründen habe die Sonderabfahrt während der Bauarbeiten wieder verschlossen werden müssen. Das bestätigt die zuständige Niedersächsische Landesstraßenbaubehörde. Enercon könne jederzeit wieder einen Antrag auf Öffnung stellen, dem dann stattgegeben würde.

Schon Mitte 2016 hatte der Windpark ursprünglich ans Netz gehen sollen, eine Klage und umfangreiche Planungen verzögerten die Arbeiten aber immer wieder. Dadurch sinkt die Einspeisevergütung, also die Einnahmen für Enercon. Die Gesamtkosten für das Projekt liegen laut Fabian von Berlepsch, dessen Familie die nötigen Flächen für den Windpark an Enercon verpachtet, bei 26 Millionen Euro. 

Rettberg zieht Klage zurück

Windkraftgegnerin Heidi Rettberg, die als Anwohnerin gerichtlich gegen den Windpark bei Berlepsch vorging, musste aus finanziellen Gründen ihre Klage vor dem Verwaltungsgericht Kassel zurückziehen. Die Bürgerinitiative (BI) Windkraftfreies Werratal hat sich zu diesem Schritt entschieden, da die laufenden Anwalts- und Gerichtskosten in einem Umfang waren, der nicht weiter gestemmt werden konnte. Sie sei immer noch überzeugt, dass weitere Belange dem Bau des Windparks entgegenstehen, die nicht ausreichend vom Regierungspräsidium bearbeitet wurden, sagt Rettberg. Sie dankt allen Spendern, die die BI unterstützt und eine fünfstellige Summe zusammengebracht hatten.

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