Winterfestes Auto: Ein Guckloch reicht nicht

Eiskratzen ist wichtig: Wer Schnee und Eis im Winter nicht vollständig von seinem Auto entfernt und nur ein Guckloch in der Windschutzscheibe frei räumt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Symbolbild:  dpa

Werra-Meißner. Überraschender Wintereinbruch am Mittwoch: Wir haben uns erkundigt, was es kostet, wenn das Auto nicht winterfest ist:

Der Blick aus dem Fenster verheißt nichts Gutes: Es schneit, und draußen herrscht klirrende Kälte. Das Auto vor der Tür ist komplett zugefroren. Da ist es ziemlich verlockend, ein kleines Guckloch frei zu kratzen, und den Rest übernimmt dann die Heizung, oder?

Nein, sagt Ulrich Hennemuth, Dienststellenleiter der Polizei in Hessisch Lichtenau. Die Gucklochkratzerei kann den Autofahrer teuer kommen, und zudem durch die sehr beeinträchtige Sicht viele Menschen gefährden. Wird ein Autofahrer mit solch einem ungenügend gesäuberten Auto von der Polizei erwischt, sind zehn Euro Bußgeld fällig. Passiert ein Unfall, kostet es laut Hennemuth bis zu 120 Euro. „Sind die hinteren Bremslichter und die Scheinwerfer vorne am Wagen nicht frei, kommen 25 Euro Bußgeld auf den Autofahrer zu“, sagt Reiner Lingner, Pressesprecher der Polizeidirektion Eschwege. Fährt ein Wagen auf, weil die Bremslichter nicht richtig zu sehen waren, sind 120 Euro fällig.

Lingner empfiehlt, das Auto immer komplett zu reinigen. „Wenn ich auf der Straße unterwegs bin, den nicht entfernten Schnee vom Dach meines Vordermannes auf die Scheibe bekomme, und es zum Unfall kommt, ist er haftbar“, sagt Lingner. Kommt es sogar häufiger vor, dass Unfälle passieren, weil das Auto nicht hinreichend gesäubert wurde, könne es auch passieren, dass die Versicherung nicht mehr vollständig für den Schaden aufkommt.

Wird ein Autofahrer mit Sommerreifen bei winterlichen Straßenverhältnissen von der Polizei gestoppt, muss er 60 Euro Bußgeld bezahlen. Bleibt er mit seinem Auto stecken und stellt dadurch eine Behinderung für den Verkehr dar, sind es 80 Euro. Wer mit Sommerreifen unterwegs ist und einen Beinaheunfall provoziert, muss mit einer Strafe von 100 Euro rechnen, kommt es zu einem Unfall, sind es 120. In allen genannten Fällen zu den Reifen kommt zusätzlich ein Punkt in Flensburg dazu. (lin)

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