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Mitarbeiter der Wicker-Kliniken in Bad Sooden-Allendorf demonstrieren

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Von: Christoph Cortis

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Beschäftigte der Sonnenberg-Klinik stehen mit Spruchtafeln auf der Straße
Fordern mehr Geld: Beschäftigte der Sonnenberg-Klinik gingen am Dienstag auf die Straße und demonstriert für einen Tarifvertrag. © Chris Cortis

Für mehr Geld auf die Straße gegangen sind am Dienstagmittag Beschäftigte der beiden Wicker-Kliniken Sonnenberg und Hoher Meißner in Bad Sooden-Allendorf.

Bad Sooden-Allendorf – Es sei bitterernst, viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stünden mit dem Rücken zur Wand, sagte Frank Peschke, der langjährige Betriebsratsvorsitzender der Sonnenberg-Klinik, auch im Namen seiner Kollegin Ute Harries, der Betriebsratschefin der Klinik Hoher Meißner. Er begründete die halbstündige „aktive Mittagspause“ mit den Worten: „Wir wollen von unserem Gehalt auch leben können.“

Anders als die Ärzte, die regelmäßig Gehaltserhöhungen bekämen, die ihre Organisation Marburger Bund mit der Gewerkschaft aushandele, seien das übrigen Beschäftigten – rund 400 in beiden Häusern – noch nie nach dem Tarif im öffentlichen Dienst entlohnt worden.

Bisher habe die Geschäftsleitung es stets so gehandhabt, dass Löhne und Gehälter in der Regel lediglich in dem Maße und zeitlichen Abstand gestiegen seien, wie in Verhandlungen mit den Krankenkassen die Pflegesätze erhöht worden seien – meist so um die 2,5 Prozent, so Peschke. Die Folge sei, dass die Kollegen seit Jahrzehnten zwischen 20 und 25 Prozent, je nach Lohngruppe sogar um 30 Prozent, unter Tarif bezahlt worden seien und noch würden.

Peschke räumte, angesichts der Coronakrise und der damit verbundenen nicht vollständigen Auslastung der Rehabilitationskliniken sei die wirtschaftliche Lage schwierig.

Wie die Lage der Mitarbeiter sei, werde von der Geschäftsführung allerdings „nicht ausreichend gesehen.“ Die aktuelle Inflation führe zu bedrohlichen Einbußen der Kaufkraft.

Es dürfe nicht sein, dass auf den Mindestlohn später die Mindestrente folge. „Unsere Zukunft muss gesichert sein. Wir produzieren keine Autos und Batterien, sondern behandeln Patienten.“ Auch mit Blick darauf, qualifiziertes Personal zu gewinnen, sei der gegenwärtige Zustand nicht haltbar.

„Wir brauchen eine Lohnerhöhung nicht irgendwann, sondern jetzt. Kein Rumgeeiere mehr. Farbe bekennen. Ja zum Tarifvertrag“, so die Forderungen. Ein Plus von mindestens 200 Euro monatlich müsse schon rauskommen, war aus den Reihen der Beschäftigten zu hören.

Die Demonstration am Dienstagmittag erfolgte zwei Tage vor neuerlichen Verhandlungen um einen Tarifvertrag für alle Wicker-Häuser in Nordhessen und Nordrhein-Westfalen. (zcc)

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