In zwei Supermärkten gezündelt

Witzenhausen: 64-jährige Brandstifterin muss in die Psychiatrie

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Spur der Verwüstung: So sah es im März 2017 nach dem Brand im Herkulesmarkt in Witzenhausen aus.

Kassel/Witzenhausen. Eine 64 Jahre alte Frau ist wegen versuchter Brandstiftung in zwei Supermärkten in Witzenhausen vom Kasseler Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden.

Die alkoholkranke Angeklagte hatte zuletzt in einer Suchthilfe-Einrichtung in Sontra gewohnt, bevor sie nach der zweiten Tat Ende März vergangenen Jahres festgenommen und in Untersuchungshaft gekommen war.

Ins normale Gefängnis muss sie nicht zurück: Sie wurde unmittelbar nach dem Urteil in die forensische Psychiatrie in Haina/Kloster (Landkreis Waldeck-Frankenberg) eingeliefert.

Staatsanwältin Riemenschneider hatte auf eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten, Verteidiger Bernd Pfläging auf die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt plädiert. Die fünfte Strafkammer des Landgerichts mit Richter Stanoschek an der Spitze folgte aber der Einschätzung des Gutachters. Der Göttinger Psychiater Dr. Georg Stolpmann hatte der Angeklagten eine Depression infolge jahrelangen Alkoholmissbrauchs attestiert und eine fortdauernde Gefährdung für die Allgemeinheit festgestellt.

Die zierliche Frau war erst im November 2016 aus dem Gefängnis gekommen, wo sie eine zweieinhalbjährige Haftstrafe wegen Brandstiftung verbüßt hatte. Die Motive der Frau für das Zündeln blieben in dem Verfahren ungeklärt, denn die Angeklagte äußerte sich nicht dazu.

Zu ihren persönlichen Verhältnissen hatte sie lediglich zum Prozessauftakt angegeben, dass sie 1953 in Rheinland-Pfalz geboren wurde und geschieden ist. Verteidiger Pfläging bezeichnete das Urteil als „relative Katastrophe“ für seine Mandantin und kündigte gegenüber unserer Zeitung an, in Revision gehen zu wollen. 

Von Thomas Stier

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