Imagekampagne "In der Mitte von..."

Bio-Bauer, Metzger und Koch: Sven Lindauer geht respektvoll mit seinen Rindern um 

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Auf Du und Du mit jeder Kuh: Sven Lindauer ist Metzger, Koch und seit dem Sommer auch Pächter des Guts Fahrenbach. Von der Aufzucht der Rinder über die Schlachtung bis zur Fleischverarbeitung und dem Verkauf des Fleischs im Hofladen und über Gastronomen und Naturkostläden im Umkreis begleitet er den gesamten Prozess.

Hundelshausen. Der Metzgermeister Sven Lindauer übernahm den Bio-Hof Gut Fahrenbach und begleitet nun als Bauer und Metzger die gesamte Wertschöpfungskette. Er ist einer der Persönlichkeiten, die in der Imagekampagne des Werra-Meißner-Kreises porträtiert werden.

Wer den sechs Kilometer südlich von Witzenhausen gelegenen Bioland-Hof Gut Fahrenbach besucht, bekommt den Beweis geliefert, dass es noch glückliche Kühe in Deutschland gibt. Für das Wohlergehen der rund 70 Mutterkühe und ihrer Kälber sind seit August Sven Lindauer (34) und seine Freundin Sarah Gabriel (31) verantwortlich.

Während Sarah sich intensiv um die Aufzucht der Herde auf den in hügeliger Landschaft gelegenen Weiden und den geräumigen Ställen beschäftigt, verantwortet Sven Lindauer die Betreuung der Tiere, die zur Schlachtung kommen, und verarbeitet ihr Fleisch selber auf dem Hof. Von der Aufzucht der Rinder über die Schlachtung bis zur Fleischverarbeitung und dem Verkauf des Fleischs im Hofladen und über Gastronomen und Naturkostläden im Umkreis begleitet er den gesamten Prozess. Denn als Sohn einer Metzgerfamilie aus Baden-Württemberg, Metzgermeister und gelernter Koch ist er über die Fleischverarbeitung zur Landwirtschaft gekommen. „Ich bin früher als Kind mit meinem Opa die Tiere holen gegangen und da war meine Neugier immer ungebremst zu wissen, was die auf dem Bauernhof eigentlich machen“, beschreibt Lindauer die frühe Faszination für seinen jetzigen Beruf. Während seiner Zeit als Metzger setzte er sich früh für eine ethische Art der Schlachtung ein, bei der jedes Tier einzeln auf dem Hof im Stall getötet wird und damit so wenig Stress wie möglich erfährt. Noch werden die Rinder des Guts Fahrenbach zu einem regionalen Schlachter transportiert, doch für die nahe Zukunft strebt Sven Lindauer die Schlachtung auf dem eigenen Hof an, „denn hier geben wir uns Mühe und geben den Tieren Platz, doch am Ende scheitern wir eigentlich kläglich“.

Zwischen 2009 und 2013 studierte Lindauer ökologische Landwirtschaft an der Uni Kassel in Witzenhausen. Über ein Praktikum lernte der die damaligen Betreiber von Gut Fahrenbach kennen, lebte und arbeitete dort für eine Weile während seines Studiums. Als er die aus Hamburg stammende Sarah im Studium kennenlernt, reifte bald die Idee, gemeinsam einen Bio-Hof zu übernehmen. Dass es am Ende ein 30-jähriger Pachtvertrag für die rund 95 Hektar Grünland und 95 Hektar Ackerland von Gut Fahrenbach wurde, bezeichnet Lindauer als glückliche Fügung. Neben dem Fleischhandel erzeugt das junge Paar auch Speisegetreide für den Naturkosthandel und möchte sich in Zukunft weg von der Monokultur hin zu noch mehr Vielfalt entwickeln – auf dem Acker wie auch bei den Tieren.

Die Kampagne

„In der Mitte der Nahrungskette “ – das Porträt von Sven Lindauer ist Teil einer innovativen Reihe filmischer Dokumentationen auf www.in-der-mitte-von.de, die der nordhessische Werra-Meißner-Kreis ins Leben gerufen hat. Hier werden Persönlichkeiten vorgestellt, die genau in der Mitte Deutschlands ihre privaten und beruflichen Träume verwirklichen. Denn im Landkreis zwischen Kassel, Göttingen und Eisenach sind Menschen mit Visionen sehr willkommen. 

Die Uni

Bereits 1981 errichtete die Universität Kassel am Standort Witzenhausen die bundesweit erste Professur für Ökologische Landwirtschaft, die mittlerweile internationales Renommee besitzt. Heute bietet der Fachbereich 11 Ökologische Agrarwissenschaften einen Bachelor- und Masterstudiengang „Ökologische Landwirtschaft“ an. Weiterhin gibt es ein „Duales Studium Landwirtschaft“, also eine Kombination von landwirtschaftlicher Lehre und Studium. Neben deutschsprachigen Studiengängen gibt es drei englischsprachige Masterstudiengänge mit internationaler Ausrichtung. www.uni-kassel.de/fb11agrar (red)

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