Landwirte rechnen mit Einbußen bei frühzeitiger Getreideernte

Getreide und Bäumchen leiden unter der Dürre

Werra-Meißner. Gleichwohl es in den vergangenen Tagen vereinzelt geregnet hat, die Trockenheit der letzten Wochen treibt den Ackerbauern im Werra-Meißner-Kreis die Sorgenfalten ins Gesicht.

Mit Ausnahme der Region um Waldkappel, wo die heftige Regenmenge binnen kurzer Zeit auch nicht in den Boden eingedrungen sei, habe es anderenorts auch höchstens vier Liter auf den Quadratmeter gegeben, sagt Geschäftsführer Uwe Roth vom Kreisbauernverband Werra-Meißner. „Das ist gar nichts.“ Nötig wären aber 40 bis 50 Liter pro Quadratmeter gewesen.

So sind auf vielen Feldern im Landkreis die Folgen der Dürre auszumachen. Insbesondere die im Herbst ausgesäten Winterkulturen Weizen und Gerste sowie der Raps litten massiv unter der Dürre.

Bei den Winterkulturen Weizen und Gerste mache sich – wie beim Raps – das Problem der geringen Wurzelausbildung wegen eines nassen Herbstes und Winters durch die lange währende Trockenphase besonders bemerkbar: Wo sonst die Halme um diese Jahreszeit hüfthoch stehen, reichen sie gerade bis zu den Knien. Auch die Körner entwickelten sich nicht weiter.

Nun sei es zu spät für Regen, sagt Roth, die Abreife habe bereits begonnen. Nach seiner Einschätzung wird in der kommenden Woche schon die Gerste gedroschen. Er rechnet mit einem um 30 Prozent geringeren Ertrag als im Durchschnitt. „Übel wird es dann beim Weizen“, befürchtet Roth, zumal das Korn schon während der Abreife vertrockne.

In den Wäldern machten sich die Folgen von Trockenheit erst später bemerkbar, nur die Pflanzungen des Frühjahrs hätten schon gelitten, berichtet Matthias Dumm vom Forstamt Hessisch Lichtenau: „Viele Bäumchen sind eingegangen.“

Uneinheitlich sieht es auf den Erdbeerfeldern aus: Von Totalausfall bis zu noch erwartbarer zufriedenstellender Ernte ist da die Rede von den Landwirten. (sff) Zum Tage, Hintergrund, Seite 2

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare