„Jedes Kind ist eine Gnade“

Neuer Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Werra-Meißner gefunden

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Bezeichnet die Beleghebammen im Klinikum Werra-Meißner als „Chefinnen des Kreißsaals“: Hakan Adigüzel ist seit Januar neuer Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Werra-Meißner. Hakan Adigüzel ist neuer Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Werra-Meißner 

„Jedes einzelne Kind ist eine Gnade für uns alle.“ Für Hakan Adigüzel ist die Geburtshilfe der schönste Bereich der Medizin. Außer Sport hat der dreifache Vater, der seit Januar neuer Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Werra-Meißner ist, daher auch keine weiteren Hobbys: „Mein Beruf ist meine Erfüllung.“

Neben einer professionellen Behandlung ist dem 51-Jährigen eine glückliche Patientin genauso wichtig. „Das Schönste ist, wenn ich wiedererkannt werde und es mit einem Lächeln heißt: ,Sie waren bei meiner Geburt dabei’.“ Dabei kam Adigüzel eher zufällig zur Geburtshilfe: „Ursprünglich wollte ich Chirurg werden, habe dann aufgrund der damaligen Ärzteschwemme aber das Angebot angenommen, meinen Facharzt in Gynäkologie und Geburtshilfe zu machen“, erinnert sich der 51-Jährige.

Adigüzels Devise bei einer Geburt lautet: sanft und sicher. „Damit alles natürlich abläuft, wollen wir so wenig intervenieren wie möglich, müssen aber gleichzeitig da sein, um eingreifen zu können.“ Diese Gratwanderung sei jedes Mal eine Herausforderung.

Seiner Verantwortung ist sich Adigüzel immer bewusst: „Die Schwangerschaft ist ein kostbares Projekt. Wenn bei der Geburt etwas schiefgeht, hat im schlimmsten Fall eine ganze Familie jahrelang damit zu kämpfen.“ Auch, um mögliche Komplikationen frühzeitig zu bemerken, ist ihm daher eine individuelle Betreuung wichtig. Dies sei in einem kommunalen Haus wie dem Klinikum Werra-Meißner wesentlich besser umsetzbar als in einem großen Privatkonzern, von denen Adigüzel bereits einige kennengelernt hat.

Das Klinikum sei eng verbunden mit der Region, und Adigüzel sei versichert worden, dass das erwirtschaftete Geld weiter in das Klinikum investiert werde. „Die Leistung bleibt vor Ort“, freut sich der 51-Jährige, der überzeugt ist, unter diesen Bedingungen einiges am Klinikum bewirken zu können.

So strebt er bei künftigen Stellenbesetzungen an, das Sprachangebot der Station angesichts der vielen Flüchtlinge, die nun in Deutschland leben, zu erweitern. „Der Arzt muss mit seiner Weltanschauung und seiner Haltung gegenüber der Frau aber auch zu uns passen“, betont Adigüzel.

Auch hofft er auf mehr Verständnis für klinische Belange, da mit Dr. Claudia Fremder eine Ärztin die Geschäftsführung innehabe. Zudem hatte Adigüzel während seiner Zeit am St.-Elisabeth-Krankenhaus in Hann. Münden bereits Berührungspunkte mit dem Werra-Meißner-Kreis: Mit dem damaligen Belegarzt des Krankenhauses Paul Geller, der eine Frauenarztpraxis in Witzenhausen betreibt, war er im regen Austausch. Auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit freut sich Adigüzel bereits.

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