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Hilfskräfte übten für den Notfall im Werra-Meißner-Kreis

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Eine der Einsatzstellen war ein Auto, das unter einem umgestürzten Baum lag. Hier galt es für die Rettungskräfte, die Insassen zu befreien. © Per Schröter

Regelrechter Ausnahmezustand herrschte am Samstag im ansonsten so beschaulichen Witzenhäuser Stadtteil Blickershausen, wo Hilfsorganisationen aus dem gesamten Werra-Meißner-Kreis gemeinsam den Ernstfall probten.

Die erdachte Ausgangslage hätte dramatischer kaum sein können: Eine extreme Unwetterzelle, die sich zwischen Ziegenhagen und Gertenbach entlud, hat in Blickershausen eine vier Meter hohe Sturzflut ausgelöst. Der Rautenbach ist überall im Ort über seine Ufer getreten, hat Keller unter Wasser gesetzt, Gemäuer beschädigt, einen Erdrutsch verursacht und für Ölaustritte gesorgt. In mehreren Häusern hat der Blitz eingeschlagen, ein Auto wurde samt Insassen unter einem umgestürzten Baum begraben. Weitere umgestürzte Bäume blockieren die Straßen, ein Mann treibt auf der nahe gelegenen Werra und ein Bewusstloser muss aus einem Keller gerettet werden.

Ingesamt 28 Einsatzstellen sah das Szenario vor, wobei die dazu gehörigen Notrufe von 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr im halbstündigen Rhythmus abgesetzt wurden. Immer mehr Fahrzeuge rückten an und reihten sich schon bald sowohl am Ortseingang als auch in den engen Gassen aneinander. Überall waren die Einsatzkräfte damit beschäftigt, Feuer zu löschen, Keller auszupumpen, Decken abzustützen, Stege zu bauen, Sandsäcke zu befüllen, Menschen zu evakuieren und umgestürzte Bäume zu beseitigen.

Alle Hände voll zu tun also für die mehr als 250 Einsatzkräfte der 16 Witzenhäuser Feuerwehren, der zusätzlich hinzugezogenen Feuerwehr aus Waldkappel mit ihrem Gerätewagen Logistik-Hochwasser, der THW-Ortsgruppen aus Witzenhausen, Großalmerode und Eschwege, der DLRG Witzenhausen und des Deutschen Roten Kreuzes.

Organisationen arbeiten Hand in Hand

„Ziel der Übung war neben der Bewältigung der Einsatzstellen auch die Koordination aller Kräfte über eine Führungsstelle“, sagt Witzenhausens Wehrführer Claus Demandt, der sich das Szenario zusammen mit Stadtbrandinspektor Björn Wieber und dessen Stellvertreter Ulrich Harms, den Blickershäusern Elmar Woltmann und Edgar Mackenroth sowie Timo Jung und Jannik Lange vom THW Eschwege ausgedacht und ihm den Namen „Donnergrollen“ verpasst hatte.

„Insgesamt hat alles gut funktioniert“, zeigte sich Demandt „beeindruckt“ von der Leistungsfähigkeit aller beteiligten Hilfsorganisationen, auch wenn es in punkto Kommunikation „einigen Optimierungsbedarf“ gebe. „Teilweise hat es einfach zu lange gedauert, die einzelnen Einheiten in Bewegung zu setzen“, monierte der Übungsleiter.

Auch die Tatsache, dass es beim Befüllen der Sandsäcke durch Probleme mit der Stromversorgung lange Wartezeiten gegeben habe, sei „alles andere als optimal“ gewesen. „Insgesamt hat die Übung aber gezeigt, dass wir im Bereich Witzenhausen gut aufgestellt sind und alle Hilfsorganisationen Hand in Hand zusammenarbeiten“, so Demandt. Sein spezieller Dank ging an die Einwohner Blickershausens, die ihre Häuser und Grundstücke zur Verfügung gestellt und während der rund siebenstündigen Übung die damit verbundenen Unannehmlichkeiten ertragen hätten.

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