Witzenhäuser Kirschen: Größe und Zuckeranteil passen, die Nachfrage steigt

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„Der Zuckeranteil ist super“: Agata Stawinoga, Versuchstechnikerin im Obstbau-Versuchsbetrieb bei Wendershausen, ist von der Qualität der Kirschen begeistert.

Für Witzenhäuser Kirschen gab es in den vergangenen Wochen den richtigen Mix aus Sonne und Regen. Größe und Zuckeranteil passen. Und auch die Nachfrage wachse wieder, heißt es. 

Für das rote Witzenhäuser Markenzeichen läuft es in diesem Jahr optimal: Der Regen habe den Kirschen gutgetan, sagt Agata Stawinoga, die als Versuchstechnikerin auf der Obstbau-Versuchsanlage des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) oberhalb des Witzenhäuser Stadtteils Wendershausen tätig ist. So hätten die Früchte die Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen können. Das ist wichtig für Größe  und Geschmack. Und durch die nun nachfolgende Hitze kämen die Kirschen gut zum Reifen: „Der Zuckergehalt ist hoch.“

Freilich nicht so hoch wie im vorigen Jahr, als Zuckerwerte wie seit Jahrzehnten nicht mehr gemessen wurden. Aber bei zu viel Süße leide das Aroma, gibt Obstbauberater Eberhard Walther zu bedenken. In diesem Jahr sei der Zuckeranteil „super“, findet seine Kollegin Stawinoga. Zudem hielten sich die Kirschen diesmal auch länger. Wären sie verwässert, begännen sie schnell zu faulen. Nun aber könnten sie einige Tage in der Obstschale liegen.

Im Kühlschrank übrigens bewahrt Stawinoga Kirschen nicht auf: „Da verlieren sie an Aroma, wie Erdbeeren und Tomaten auch.“ Sollen die Früchte kühl gelagert werden, dann im Keller, rät sie.

Die Hitze der vergangenen Tage hat noch eine erfreuliche „Nebenwirkung“: Den Kirschplagegeistern, Fruchtfliege und Essigfliege, ist es laut den Experten zu heiß.

Die Kirschenernte ist mittlerweile in vollem Gange, noch bis zu vier Wochen dürfte gepflückt werden, schätzt Agata Stawinoga. Sie rechnet von der Quantität her mit einer etwas überdurchschnittlichen Ernte.

Die Nachfrage des Handels nach den Witzenhäuser Früchten sei jetzt kurzfristig auch rapide gestiegen, berichtet Walther. Er beruft sich auf Informationen der Absatzgenossenschaft Unterrieden (Agu). Über die so nicht erwartete Nachfrage freut sich Stawinoga, weil der Handel offenbar die Vorzüge der regionalen Produkte doch schätze. Kurze Transportwege für das teilweise erst am Vorabend geerntete Obst seien auch entscheidend für den Vitamingehalt.

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Womöglich hat die Nachfrage auch etwas damit zu tun, dass die über die Agu vertriebenen Kirschen in diesem Jahr von der Marketinggesellschaft „Gutes aus Hessen“ mit dem Marke „Geprüfte Qualität – Hessen“ ausgezeichnet wurden. Im Rahmen seiner Beratungsarbeit hatte sich LLH-Mitarbeiter Eberhard Walther dafür starkgemacht. Für dieses Gütesiegel, sagt er, seien verschiedene Kriterien zu erfüllen, die auch überprüft würden. Die regionale Herkunft der Produkte sei dabei ganz wichtig.

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