Witzenhäuser noch nicht im Ruhestand

Mit 73 noch am Steuer: Busfahrer will noch nicht aufhören

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Erinnerungen an früher: Alexander Richter zeigt ein Foto von einer seiner Reisebusfahrten.

Witzenhausen. Ruhestand kennt Alexander Richter schon, das hat ihm nicht gefallen. Deshalb sitzt er regelmäßig wieder hinter dem Steuer eines Busses.

Als er 59 Jahre alt war, ist er nach einem Herzinfarkt in Rente gegangen. Sein Beruf als Reisebusfahrer sei sehr stressig und anstrengend gewesen, er hatte lange Arbeitszeiten und war kaum zuhause. 

Heute ist Richter 73 Jahre alt – und fährt wieder Bus. Keinen Reisebus mehr, keine weiten Strecken. Aber mit dem Linienbus ist er morgens zwei Stunden lang zwischen Ziegenhagen über Albshausen und Hübenthal bis nach Gertenbach unterwegs. Wenn ein Kollege ausfällt, springt er auch im Stadtverkehr ein. „Ganz sein lassen kann ich es noch nicht“, sagt Richter.

Der erste Bus: Mit diesem Fahrzeug war Alexander Richter zuerst unterwegs. 

Nachdem er eine gewisse Zeit nicht gearbeitet hatte, hat ihn sein alter Chef gefragt, ob er nicht hin und wieder fahren möchte. So verdient er sich ein wenig Geld dazu, um sich ein bisschen mehr Luxus leisten zu können.

„Wir kommen schon zurecht, aber früher war ich von November bis Anfang April immer zuhause und habe arbeitslos gestempelt.“ Dadurch habe er nicht so viel einbezahlt, obwohl er sonst immer gearbeitet hat, das mache sich bei der Rente bemerkbar. In seinem jetzigen Busunternehmen arbeiten noch fünf andere Fahrer im Rentenalter, sagt er. Richter hat gemerkt, wie sich sein Beruf im Laufe der Zeit gewandelt hat. 

„Es ist eigentlich alles besser geworden. Zuerst ist eine Toilette im Reisebus dazu gekommen, dann eine kleine Küche. Es wurde alles moderner.“ Als er noch mit dem Reisebus unterwegs war, hat er hin und wieder seine Frau mitgenommen: Sizilien, Nordkap, Ungarn, England, Frankreich. In Spanien hat Alexander Richter sich immer besonders wohl gefühlt. „Ich habe eigentlich alles gesehen.“

Trotzdem möchte er mit dem Reisen weitermachen, wenn er nicht mehr arbeitet. Und das wird gar nicht mehr so lange dauern. In zwei Jahren ist Schluss. Dann müsste er seinen Busführerschein erneuern, das lohne sich nicht mehr.

Mit dem Fahren möchte er trotzdem noch nicht aufhören, dann wird er aber nur noch privat unterwegs sein. Er möchte sich ein gebrauchtes Wohnmobil kaufen und gemeinsam mit seiner Frau Urlaub machen – und nur noch so fahren, wie es ihm wirklich passt.

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