Erstes Urteil sah noch zweieinhalb Jahre Haft vor

Nach vier Einbrüchen: Dank Geständnis milde Strafe für Täter

Kassel/Werra-Meißner. Vor dem Eschweger Amtsgericht hatten die beiden Angeklagten noch geschwiegen und für vier Einbrüche in die Poststellen von Witzenhausen, Bad Sooden-Allendorf, Hann. Münden und Göttingen jeweils zweieinhalb Jahre Gefängnis kassiert.

In der gestrigen Berufungsverhandlung vor dem Landgericht hingegen legten die beiden 29 und 46 Jahre alten Männer umfassende und strafmildernde Geständnisse ab und räumten alle vier Einbrüche ein.

Die „Belohnung“ folgte auf dem Fuß: Beide wurden von der 9. Strafkammer zu Freiheitsstrafen von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt, wobei die Strafe für den 46-Jährigen sogar zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Der Jüngere sitzt bereits seit November 2015 in Untersuchungshaft. Sein Haftbefehl wurde aufgehoben, er konnte direkt nach der Verhandlung das Gericht als freier Mann verlassen.

Beide hatten in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 2015 in den vier Poststellen Fenster aufgehebelt, die Tresore aus Wand und Fußboden gebrochen und mit Trennschleifer und Spitzhacke aufgebrochen. Gegen 3.30 Uhr waren sie bei einer Verkehrskontrolle in Witzenhausen aufgefallen. Die Einbruchswerkzeuge samt noch heißer Flex befanden sich in einer Tasche. Da aber kannte die Polizei die Taten noch nicht, beide Männer wurden wieder freigelassen.

Die Beute blieb mit insgesamt knapp 730 Euro niedrig, was sich gestern ebenfalls aufs Strafmaß auswirkte.

Staatsanwalt Blosche war wenig zufrieden mit dem Urteil. Er hatte zwei Jahre und drei Monate gefordert. Der ältere Angeklagte war während der Taten auf Hafturlaub, nachdem er wegen 60 Einbrüchen in Poststellen zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden war.

Auch der suchtkranke Jüngere stand damals unter Bewährung und hat ein ellenlanges Vorstrafenregister.

Von Thomas Stier

Rubriklistenbild: © picture alliance / David Ebener/

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