64-Jährige hatte in zwei Märkten gezündelt

Prozessauftakt: Brandstifterin droht Psychiatrie-Einweisung

Witzenhausen / Kassel. Eine 64-Jährige aus dem Werra-Meißner-Kreis steht steht heute vor Gericht: Ihr wird vorgeworfen in zwei Witzenhäuser Supermärkten Feuer gelegt zu haben.

Eine Erklärung für die bizarr anmutenden Taten gab es gestern zum Prozessauftakt vor dem Landgericht noch nicht: Warum eine 64 Jahre alte Frau Ende März vergangenen Jahres in zwei Witzenhäuser Supermärkten Feuer legte, wird vermutlich erst beim nächsten Verhandlungstag geklärt werden können.

Oder auch nicht, den möglicherweise hat die damals obdachlose, suchtkranke Angeklagte selbst keine Erklärung für die Taten. Beim Zündeln im Herkules-Markt am Abend des 28. März ergab der Atemtest immerhin einen Alkoholgehalt von 2,2 Promille. Jürgen Stanoschek, Vorsitzender Richter der 5. Strafkammer, gab daher gestern den Hinweis, dass die Frau auch in die Psychiatrie anstatt ins Gefängnis gehen könnte, sollte sie der versuchten Brandstiftung schuldig gesprochen werden. (Hintergrund)

Am Donnerstag wurde lediglich die Anklage gegen die kleine, schmächtige Frau in der schwarzen Outdoor-Weste verlesen. Seit der zweiten Tat sitzt die Frau in Untersuchungshaft. Zuvor hatte sie in verschiedenen Suchthilfe-Einrichtungen des Werra-Meißner-Kreises, unter anderen in Sontra, gelebt.

Laut Staatsanwältin Riemenschneider hat sie im Tegut-Markt am Laubenweg Chipstüten entzündet. Ein Regal fing auf 2,50 Meter Feuer, Rauch und Ruß sorgten für einen Schaden von 9100 Euro.

Im Herkules-Markt entzündete sie kurz vor Ladenschluss Toilettenpapier. Zwölf Mitarbeiter und ein Kunde waren da noch im Laden, dessen Waren nach den Löscharbeiten nicht mehr nutzbar waren. Schaden: 142 521 Euro.

Zu der Zeit war die Frau bereits in psychiatrischer Behandlung. Gestern antwortete sie mit ruhiger und klarer Stimme auf die Fragen des Richters.

Ob sie etwas zu ihren Motiven sagt, wird sich am Mittwoch nächster Woche ab 9 Uhr in Saal D 130 zeigen.

Von Thomas Stier

Rubriklistenbild: © dpa

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