Niedersachsen will sich nicht beteiligen

Streit um geplanten Premium-Wanderweg bei Kleinalmerode

Die IKEK Gruppe Kleinalmerode und Initiatoren des Premiumwanderweges beim Grenzstein Nr. 321 aus 1838 vom Kurfürstentum Hessen Kassel. Hartmut Neugebauer (von links) und Volker Stöneberg hocken in Niedersachsen, Ortsvorsteher Marko Werner und Wilfried Hahn in Hessen. Der Premiumweg soll auf dem breiten Waldpfad rechts am Grenzstein (also in Hessen) vorbei geführt werden.
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Die IKEK Gruppe Kleinalmerode und Initiatoren des Premiumwanderweges beim Grenzstein Nr. 321 aus 1838 vom Kurfürstentum Hessen Kassel. Hartmut Neugebauer (von links) und Volker Stöneberg hocken in Niedersachsen, Ortsvorsteher Marko Werner und Wilfried Hahn in Hessen. Der Premiumweg soll auf dem breiten Waldpfad rechts am Grenzstein (also in Hessen) vorbei geführt werden.

Rund um den Witzenhäuser Stadtteil Kleinalmerode könnte der 25. Premium-Wanderweg des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land entstehen - doch es gibt es Unstimmigkeiten.

Um besonders attraktive Ziele einzubinden, sollen rund zwei Kilometer des geplanten Wanderweges durch ein angrenzendes Waldgebiet im Nachbarbundesland führen – doch die Niedersächsischen Landesforsten lehnen das ab. 

Die Strecke soll insgesamt 13,5 Kilometer lang werden, sagt Hartmut Neugebauer, einer der Kleinalmeröder Initiatoren. „Sie soll den Wandergästen neben vielen schönen Aussichtspunkten auch Besonderheiten wie den Karstfelsen im Buchholz, die Douglasiensamen-Ernteplantage, das Knoche-Denkmal, die Geschichte des Grenzverlaufs zwischen dem Kurfürstentum Hessen Kassel und dem Königreich Hannover von 1838 sowie weitere Naturdenkmäler näher bringen.“ 

Premiumwege sind wichtig für den Tourismus

Naturpark-Chef Marco Lenarduzzi hält die Route für geeignet, die strengen Premiumweg-Kriterien zu erfüllen. Kleinalmerode könne so als Ausgangspunkt für Wandertouren sehr attraktiv werden: Der Premiumweg 9 („Wacholderpfad Roßbach“) verläuft in der Nähe, zudem soll 2020 der vierte Witzenhäuser Kirschwanderweg in und um das Dorf angelegt werden. 

„Die Premiumwege sind das Rückgrat für den Tourismus im Werra-Meißner-Kreis“, sagt Lenarduzzi. Die ablehnende Haltung des Hann. Mündener Forstamtsleiters Dr. Thomas Schmidt-Langenhorst kann er nicht verstehen. „Mit Hessen Forst hat es bei der Ausweisung von Premiumwegen bisher keine Probleme gegeben.“ 

Erhöhte Verkehrssicherungspflicht für den Waldbesitzer

Doch Schmidt-Langenhorst will die Markierung einiger naturnaher Pfade im Waldgebiet südwestlich des Sportplatzes nicht erlauben. Zwar habe laut dem niedersächsischen Waldgesetz jeder das Recht, auf eigene Gefahr den Wald zu betreten, sagt er. 

Sobald der Besucher allerdings durch einen Wanderweg gelenkt würde, entstünde nach der niedersächsischen Rechtsauffassung eine erhöhte Verkehrssicherungspflicht für den Waldbesitzer. „Wir müssten den Weg dann zwei Mal im Jahr und nach jedem Sturm begehen und prüfen, ob Wanderer durch herabfallende Äste gefährdet würden“, so Schmidt-Langenhorst. Das könne das Forstamt nicht leisten.

Angebot von Stadt und Naturpark helfe wenig 

Das Angebot aus Hessen, dass die Stadt Witzenhausen oder der Naturpark Verkehrssicherung, Pflege und Instandhaltung übernehmen, helfe wenig, sagt Schmidt-Langenhorst. In Niedersachsen dürfe der Grundstückseigentümer die Verkehrssicherungspflicht nicht an Dritte abgeben.

Kriterien für Premien-Siegel sind streng

Im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land gibt es bereits 24 Premiumwege. So dürfen Routen genannt werden, die vom Deutschen Wanderinstitut entsprechend zertifiziert und alle drei Jahre überprüft werden. Bewertet werden die Beschaffenheit, Natur und Landschaft, die Einbindung besonderer Bauwerke, Denkmäler oder Gastronomie, Beschilderung und Anbindung. Ziel ist laut Wanderinstitut „ein ausgewogen schönes Wandererlebnis“ mit hohem Erlebniswert.

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