Sitzung des Bauausschusses

Es knirscht bei Aldi-Plänen für Witzenhausen

So soll es am neuen Standort einmal aussehen: Aldi plant den Umzug auf das Grundstück von Autohaus Bernhard am B-80-Kreisel.
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So soll es am neuen Standort einmal aussehen: Aldi plant den Umzug auf das Grundstück von Autohaus Bernhard am B-80-Kreisel.

Zuletzt sah es so aus, als sei der Umzug von Aldi auf die andere Seite des B-80-Kreisels so gut wie abgewickelt. Doch es gibt am alten und am neuen Standort noch Probleme. Jetzt muss ein Anwalt her.

Einen Verlierer des Umzugs gibt es mindestens: Die Immobilienfirma Schmidt-Dold (Göttingen), die das derzeitige Ladengebäude an Aldi vermietet hat. Laut Bürgermeister Daniel Herz müsse sie sich darauf einstellen, künftig nicht mehr so hohe Mieteinnahmen erzielen zu können wie von Aldi – auch nicht von den heimischen Firmen, die Interesse an dem Gebäude angemeldet hätten.

Zuletzt habe die Firma versucht, in dem Gebäude auf 600 Quadratmetern einen Drogeriemarkt anzusiedeln. Dadurch sei aber nach der aktuellen Auswirkungsanalyse der Rossmann-Standort als Publikumsmagnet der Innenstadt gefährdet. Deshalb lehnte die Stadt das ab, sagt Bauamtsleiter Bernd Westermann: „Jetzt ist der Eigentümer verärgert und hat den Kontakt zur Stadt abgebrochen.“ 

Das ist ein Problem, denn beide Standorte sind aneinandergekoppelt: Aldi darf nur neu bauen, wenn im Bebauungsplan sichergestellt wird, dass sich am Alt-Standort kein neuer Lebensmitteleinzelhandel niederlässt. Die Verwaltung schlägt nun vor, einen Anwalt einzuschalten und eine neue Nutzung für den Alt-Standort im B-Plan festzuschreiben – ohne den Eigentümer einzubeziehen. Falls dieser mit Entschädigungsforderungen an die Stadt herantrete, müsste Aldi die Kosten tragen. Schließlich habe der Discounter mit seinem Umzugswunsch den Stein erst ins Rollen gebracht. Zu diesem Vorgehen fehlt laut Westermann aber noch die Zustimmung von Aldi.

Witzenhausen: Der neue Aldi-Standort

Die Stadtverordneten wollen den Bau des neuen Standorts an Bedingungen knüpfen. So soll Aldi den Randstreifen des Grundstücks mit Hecken oder Blühstreifen bepflanzen, eine Photovoltaik-anlage auf dem Dach installieren, den Bestand der Baumreihe garantieren, Pflanzstandorte auf dem Parkplatz sowie ein öffentliches WC und eine Ladestation für Elektroautos und -räder installieren. Die letzten beiden Punkte könnten laut Westermann allerdings nicht wie gedacht im B-Plan verankert werden, dazu müsse man einen eigenen städtebaulichen Vertrag schließen.

Zudem habe der Investor mittlerweile verkündet, keine Photovoltaikanlage bauen und statt neuer Bäume nur Bodendecker am Parkplatz pflanzen zu wollen. Die Stadtverordneten müssten dem aber nicht folgen, sondern könnten feste Vorgaben im B-Plan machen, ist Westermanns Einschätzung.

Ausführlich diskutiert werden könnte das am Dienstag, 4. April, ab 19 Uhr in der nächsten öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten, wenn die B-Plan-Änderung beschlossen werden soll.

„Ich bitte Sie um Verständnis, dass ich mich bewusst nicht zur Kommunikation mit der Stadt Witzenhausen äußere“, antwortet der geschäftsführende Gesellschafter Patrick Schmidt-Dold auf eine Anfrage der HNA. „Den Kontakt haben wir jedoch keinesfalls abgebrochen, dieser erfolgt momentan lediglich überwiegend über schriftliche Dienstwege.“ 

Die mittelständische Immobilienfirma Schmidt-Dold ist seit 1999 Eigentümer des jetzigen Aldi-Gebäudes. Schmidt-Dold bestätigt, dass sich die Nachmietersuche nicht einfach gestaltet. „Wir haben mit mehreren potenziellen regionalplanerisch und städtebaulich vertretbaren Mietern Gespräche geführt. Eine konkrete Einigung konnte allerdings noch nicht erzielt werden, denn die Entwicklung stellt eine deutliche Veränderung und Schwächung unserer Immobilie dar.“ 

Schmidt-Dold weist darauf hin, dass auch die Kunden, die nicht ihren kompletten täglichen Bedarf bei Tegut decken wollen, unter dem Umzug von Aldi leiden würden. Sie müssten künftig eine Straße überqueren oder zusätzlich in die Stadt gehen oder fahren. Deshalb suche man einen Mieter, der „für viele Jahre eine Vereinfachung und Verkürzung der zu erledigenden Einkaufswege darstellt, dies könnte durchaus ein Drogerie Markt oder weiterhin ein Discounter sein“.

Gesundheitsgefahr: Aldi Nord ruft ein Tiefkühlprodukt zurück, das tierisches Antibiotika enthält. Kunden sollten die Garnelen so schnell wie möglich umtauschen.

Quelle: HNA

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