Bewohner zittern

Mieter verunsichert: 66 Wohneinheiten in Sooden sollen verkauft werden

Bad Sooden-Allendorf. Ob die Bewohner jetzt zittern müssten aus Angst vor einem möglichen Verlust ihrer Wohnungen? "Nein!", erwidert Andreas Feuser, Pressereferent der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin, auf eine entsprechende Anfrage der HNA.

Denn, so wörtlich: "Kauf bricht nicht Miete." So stehe es im Bürgerlichen Gesetzbuch. Damit kommentierte Feuser die Absicht der Deutschen Rentenversicherung, sich in Bad Sooden-Allendorf von 66 Wohneinheiten zu trennen, die vor Jahrzehnten in sieben Gebäuden für die Beschäftigten des unmittelbar angrenzenden Reha-Zentrums "Klinik Werra" errichtet worden waren.

"Wir wollen nicht, dass diese Wohnungen verkauft werden", sagte eine Mieterin zur HNA. Und sie ist wohl nicht allein mit der Befürchtung, der oder die neue Eigentümer würden aus den Miet- Eigentumswohnungen machen oder aufgrund möglicher Sanierungsmaßnahmen könnten die Mieten kräftig angehoben werden.

Das Reha-Zentrum Bad Sooden-Allendorf benötige die Personalwohnhäuser "nicht mehr für Verwaltungszwecke", begründete Feuser den angestrebten Verkauf. Derzeit werde das Veräußerungskonzept erarbeitet. Bei den Wohneinheiten gehe es um eine Bandbreite vom Einzelzimmer bis hin zu einem ganzen Haus.

Publik wurden die Pläne der Rentenversicherung durch eine Vorlage für die Stadtverordnetensitzung am Freitagabend. Konkret ging es um eine Änderung des Bebauungsplanes "Sooden-Nord". Danach befinden sich die infrage kommenden Gebäude derzeit im "Sondergebiet Kur". Zum Verkauf als Privatwohnungen oder private Eigentumswohnungen sei aber eine Änderung der Bauleitplanung in ein "Allgemeines Wohngebiet" notwendig, da in einem Sondergebiet nur Betriebsangehörige wohnen dürften. Allerdings, so Feuser auf Nachfrage, gebe es in den vermieteten Wohnungen schon jetzt eine "heterogene Struktur".

Zu dem Thema hatte sich Bürgermeister Frank Hix (CDU) am Freitagabend auf die Feststellung beschränkt, die Rentenversicherung wolle die Gebäude "im Zuge der Konsolidierung" veräußern. Am Ende fasste das Parlament einstimmig den Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplanes, wobei das Verfahren beschleunigt erfolgen kann und vom Bauausschuss begleitet werden soll.

Von Christoph Cortis

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