Steigende Anzahl

Mehr als 15 Prozent arme Kinder im Werra-Meißner-Kreis

Im Kreis sind viele Kinder auf Hilfe angewiesen.
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Im Kreis sind viele Kinder auf Hilfe angewiesen.

Die Kinderarmut im Werra-Meißner-Kreis hat in den vergangenen fünf Jahren zugenommen. Waren es mit Stand Dezember 2014 noch 13,8 Prozent der Kinder einkommensarm, so waren es im Dezember 2019 bereits 15,4 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor.

Werra-Meißner – Der Werra-Meißner-Kreis liegt damit auf Rang 7 aller Landkreise und kreisfreien Städte Hessens. Die höchste Kinderarmut verzeichnet Kassel mit 26,2 Prozent, Fulda hat mit 8,6 Prozent den geringsten Wert.

Von einem leichten Anstieg an Kindern, die Regelleistungen nach dem Sozialgesetzbuch II – also Hartz IV – erhalten, berichtet Kreissprecher Jörg Klinge. Dem Jobcenter des Kreises liegen laut Klinge Daten bis einschließlich April 2020 vor. Zu diesem Zeitpunkt bezogen 1997 unverheiratete Minderjährige Hartz IV. Er weist darauf hin, dass in der Statistik alle Minderjährigen erfasst werden, die unverheiratet sind und mit mindestens einem Elternteil zusammenleben.

Einen Rückgang bei den minderjährigen Kunden beobachtet die Eschweger Tafel, die Lebensmittel gegen einen geringen Obolus an Bedürftige ausgibt. Wie der Vorsitzende Hans Liese mitteilt, erreichte die Tafel 2018 den Höchststand mit 181 Kindern, davon 40 aus alleinerziehenden Haushalten. „Zurzeit haben wir bei den gemeldeten Tafelkunden 142 Kinder“, so Liese. 25 von ihnen leben in Haushalten mit Alleinerziehenden. „Somit ist die Zahl der Tafelkinder in Eschwege um rund 20 Prozent seit 2018 zurückgegangen“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Gründe seien nicht bekannt. Es könnte aber daran liegen, dass ehemalige Tafelkunden, zum Beispiel Migranten, nach erfolgreichem Sprachkurs in den Arbeitsmarkt integriert wurden und daher nun keine Bedürftigkeit mehr vorliege.

Einer besonderen Bevölkerungsgruppe wie Migranten oder Alleinerziehenden sind die bezugsberechtigten Kinder laut Liese nicht zuzuordnen. Die Summe der Alleinerziehenden in Eschwege etwa liege im Schnitt der vergangenen Jahre bei 20 Prozent. Für die Tafel in Witzenhausen liegen keine Zahlen vor. (nde)

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