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Die Zeit nach der Coronakrise: Was ändert sich für Sie?

Digitalisierung, neue Arbeitswelten, Mobilität: Drei von vielen Themen, die sich durch die Corona-Pandemie ändern.
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Neue Arbeitswelten, Mobilität, Klimaschutz: Drei von vielen Themen, die sich durch die Corona-Pandemie ändern.

2020 wird das Jahr der großen gesellschaftlichen Veränderungen. Die Coronakrise hat uns alle unmittelbar ge- und betroffen - auch im Werra-Meißner-Kreis. Wie geht es Ihnen?

Wir wollen von Ihnen wissen: Was hat sich in Ihrem direkten Umfeld, in Ihrem Ort, an Ihrem Arbeitsplatz und in Ihrer Familie während der zurückliegenden Wochen verändert? Welche Beobachtungen haben Sie gemacht während Shutdown und Homeoffice? Welche Erkenntnisse gewinnen wir aus der Krise? Was muss sich ändern und was lässt sich nicht zurückdrehen? Beteiligen Sie sich an unserem Forum über die Veränderungen in den Städten, Landkreisen und Regionen. Schreiben Sie uns an

witzenhausen@hna.de.

Wir eröffnen die Diskussion mit fünf allgemeinen Thesen für die Zeit nach der Coronakrise.

Digitalisierung

Keine Ausreden mehr. Schnelles Internet muss an jede Milchkanne, koste es, was es wolle. Wie wären wir nur ohne Social Media, Streamingdienste und Homeoffice durch die Krise gekommen? Niemand mag sich das vorstellen. Breitbandkabel gehören zur Grundversorgung. Die Coronakrise hat uns drastisch vor Augen geführt, dass es da nichts mehr zu diskutieren gibt. Wer keinen Zugang zu schnellem Netz hat, muss dies ebenso einklagen können wie das Recht auf einen Kinderbetreuungsplatz.

Arbeitswelt

Deutschland schaffte es über Wochen, den Laden vom Küchentisch aus am Laufen gehalten. Das zwangsverordnete Homeoffice, die vielen Telefon- und Videokonferenzen haben die Arbeitswelt verändert. Wie viele Geschäftsreisen sind noch notwendig, wie viele Pendler können durch Homeoffice Zeit und Produktivität gewinnen? Sind es wirklich die Frauen, die dabei doppelt belastet werden? Der Abschied von der Präsenzpflicht am Arbeitsplatz ist besiegelt. Ob hingegen den Helden der Krise, all den Pflegekräften in Krankenhäusern und Altenheimen, nach Corona weiter die Anerkennung zukommt, die sie verdienen, ist noch nicht ausgemacht.

Mobilität

Es lebe das Automobil. Es ist unsere sichere Insel. Im Auto kommen wir niemandem zu nahe, brauchen keinen Mundschutz und keine Angst zu haben, andere anzustecken. Gilt übrigens auch für Radfahrer. Der Individualverkehr schlägt in einer Zeit, in der körperliche Nähe ein tödliches Risiko darstellt, den ÖPNV um Längen. Wenn wir uns auch künftig nur noch unter Vorbehalt einander nahe kommen wollen, dann müssen das die Verkehrsplaner der Zukunft berücksichtigen.

Klima und Umwelt

So viel Kunststoff wie in der Coronazeiten ist in Deutschland wohl noch nie verbraucht worden. Plötzlich wird der Killerstoff der Weltmeere zum Retter gegen ein tödliches Virus – als Spuckschutz oder Einmal-Handschuh. Corona zeigt auch: Die Menschen lassen fast alles mit sich machen, sobald sie direkt betroffen sind. Das sind sie vom Klimawandel zwar auch, aber der zwingt sie nicht, eine Maske vors Gesicht zu ziehen oder den Mallorca-Urlaub auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

Das Miteinander

Wer nicht mehr zu Veranstaltungen gehen und anderen Menschen begegnen kann, will Rückzugsmöglichkeiten. Das gilt auch in post-epidemischen Zeiten. Die Isolation hat die Zahl der Hobbyköche anwachsen lassen. Das muss Auswirkungen haben – auf das Ausgeh- und Einkaufsverhalten, auf Immobilienpreise und Mieten. Aber auch auf die Ansprüche ans Wohnen.

All das ist nicht neu. Auch vor Corona verschwanden Landgasthöfe und kämpften Vereine mit Nachwuchsproblemen. Wirkt Corona wie ein Gaspedal, das die Gesamtentwicklung beschleunigt? Mag sein, Infrastrukturen, Baugebiete und vieles mehr müssen jedenfalls schnell an veränderte Bedürfnisse angepasst werden. Aber wie geht das bei sich über Jahre dahinschleppenden Planungs- und Genehmigungsverfahren?  

Quelle: HNA

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