Heute vor 70 Jahren gaben sich Anna und Werner Harms das Ja-Wort

Zusammenstoß mit Folgen

Sie feiern Gnadenhochzeit: Anna und Werner Harms sind heute seit 70 Jahren miteinander verheiratet. Foto: Geier

Hessisch Lichtenau. „Vertrauen, Rücksichtnahme und Verständnis in allen Lebenslagen“ – so lautet das Erfolgsrezept von Werner Harms. Und wer könnte das besser wissen als ein Paar, das seit 70 Jahren zusammen ist und viele Höhen und Tiefen durchgestanden hat. Das Jubiläum der Gnadenhochzeit feiern heute Anna und Werner Harms aus Hessisch Lichtenau im Kreis ihrer Familie.

70 Jahre, das ist ein ganzes Menschenleben, und Anna (91) und Werner (93) haben es gemeinsam verbracht. Kennengelernt haben sich die beiden am 1. November 1939, als der gebürtige Hannoveraner nach dem Polen-Feldzug nach Hessisch Lichtenau zur Baukompanie der Luftwaffe versetzt wurde. Er und andere Soldaten waren im Saal des Goldenen Löwen untergebracht.

An seinem ersten Abend unternahm er einen Spaziergang und im Dunkeln stieß er mit der damals 17-jährigen Anna zusammen. „Ich und meine Schulfreundin wichen sofort auf die Straße aus und da stießen wir schon wieder zusammen“, erzählt Anna Harms begleitet von einem lauten Lachen. Dass hinter dem Zusammenstoß nicht doch ein bisschen Absicht steckte, bestreite Werner, aber seit diesem Moment gehörten die Beiden zusammen. Solange er in Hessisch Lichtenau stationiert war, verabredeten sie sich immer wieder und gingen im Grünen Baum tanzen. Bis April 1940 blieb der Kurier in Hessisch Lichtenau, danach wurde er versetzt. Sie schrieben sich zahlreiche Briefe und verbrachten die Urlaube gemeinsam. In einem dieser Urlaube verlobten sie sich und am 10. April 1943 gaben sie sich in Hessisch Lichtenau das Ja-Wort.

Im Juli 1945 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft zu seiner Ehefrau zurück. „Unser zweijähriger Sohn Peter hat ihn gesehen und gerufen ,Mama, da ist ein Onkel vor der Tür‘“, berichtet Anna mit strahlenden Augen. Das Paar wohnte in Annas Elternhaus, zogen dann in eine Mietwohnung und bauten 1954 ein gemeinsames Haus in der Straße Am Graben. Während der gelernte Kaufmann in der Bundeswehrkaserne in der Verwaltung arbeitete, zog Anna die sechs gemeinsamen Kinder groß und ging nebenbei auch noch arbeiten.

„Das Wichtigste für mich waren immer mein Mann und die Kinder“, sagt Anna Harms mit liebevollem Blick. Mit einer kleinen Feier im Kreis ihrer Kinder, ihrer elf Enkel und fünf Urenkel werden die Eheleute heute auf ihr gemeinsames Glück anstoßen und hoffen, noch einige Jahre gemeinsam erleben können. (zge)

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