Untreue: 49-Jähriger soll falsche Rechnungen gestellt haben

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Hessisch Lichtenau/ Kassel. Wegen Beihilfe zur Untreue zu Lasten einer Fuldaer Firma mit Zweigsitz in Hessisch Lichtenau muss sich ein zweiter Geschäftsmann aus dem Werra-Meißner-Kreis vor dem Kasseler Landgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 49-Jährigen vor, im Jahr 2007 drei Rechnungen an die geschädigte Firma gestellt zu haben, ohne die behauptete Leistung erbracht zu haben. Außerdem soll er Steuern hinterzogen haben.

Aufgrund der falschen Rechnungen sollen dem damaligen Unternehmen des 49-Jährigen rund 123.000 Euro ausgezahlt worden sein. Den Großteil dieses Geldes soll der Angeklagte aber nicht selbst behalten, sondern an einen leitenden Mitarbeiter des Fuldaer Unternehmens weitergegeben haben - genau den Mann, der die falschen Rechnungen zuvor auch freigegeben haben soll.

Der Prozess gegen den 49-Jährigen war am Donnerstag gestartet, wurde aber unterbrochen, um im nächsten Anlauf eine Zeugin von der Steuerfahndung laden zu können. Am 28. August soll die Verhandlung nun neu beginnen.

Ganz ähnliche Vorwürfe wie gegen den 49-Jährigen waren auch gegen einen 51-Jährigen Geschäftsmann aus dem Werra-Meißner-Kreis erhoben worden. Dieser war im Juli zu 23 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind beide Fälle Teil eines größeren Tatkomplexes. Man habe gegen mehr als 30 Personen ermittelt, in rund 20 Fällen habe man Strafbefehle beantragt, hieß es im Juli.

An einer Anklage gegen den Mann, der das Gros des erschwindelten Geldes erhalten haben soll, wird offenbar noch gefeilt. Wie die Ermittler ihn einstufen, hatte ein Oberstaatsanwalt aber bereits im Juli in seinem Plädoyer skizziert: Der Mann habe ein „Riesengeldbeschaffungssystem für seine Zwecke“ aufgebaut - und dafür sehr viele Handwerker eingespannt, die von seinen Aufträgen abhängig waren. (kaj)

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